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Erzieher offenbart sich als pädophil

Herausgegeben von tinjo in WORTE ZUM TAG · 23/5/2015 10:34:52
Tags: Professor, Michael, Osterheider, Süddeutsche, Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 20.Mai 2015 über einen recht seltenen Fall:

Erzieher offenbart sich als pädophil
...und verlor daraufhin seinen Job.


Dass er deshalb seinen Job verlor ist weder selten noch verwunderlich. Jeder, der auch nur entfernt mit Kindern arbeitet, verliert seinen Job, wenn seine Veranlagung/Neigung bekannt wird.

Selten aber ist wirklich, wenn sich jemand freiwllig outet, weil er sich bewusst sein muss, dass er damit seine berufliche Existenz gefährdet und ihm undiskutierbar in Zukunft jede Arbeit mit Kindern untersagt wird.

Warum also kommt ein Mensch dazu, sich freiwillig zu outen?

Ich wurde in meiner Beratungstätigkeit vor Jahren mit einem ähnlichen Fall konfrontiert. Da hat sich ein Erzieher in einem Heim für behinderte Kinder nach einiger Zeit bester Zusammenarbeit mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen vor diesen geoutet. Seine Offenheit wurde sehr wohlwollend aufgenommen und ihm bestätigt, dass sie auch weiterhin volles Vertrauen in ihn hätten und sie nicht daran zweifeln, dass er seine Neigung im Griff hat und nichts Nachteiliges gegenüber den Kindern geschehen wird. Sie schätzten seinen enfühlsamen Umgang mit den ihm anvertrauten Kindern. Er nahm mit seinem Outing aber auch eine allfällige strengere Kontrolle in Kauf und musste damit rechnen, dass sein Verhalten in Zukunft aus einer anderen Warte betrachtet und bewertet wird.
Die Sache ging eine ganze Weile gut und zur Zufriedenheit aller. Dann aber gab es einen Wechsel in der Führung dieses Heims und die neue Leitung empfand es als unverantwortbar "so einen" weiter mit den anvertrauten Kindern arbeiten zu lassen. Er erhielt die Kündigung und geriet in eine schwere Lebenskrise.

Die Reaktion der Vearntwortlichen in diesem und dem in der Süddeutschen Zeitung erwähnten Fall ist bei den zur Zeit herrschenden gesellschaftlichen und juristischen Gegebenheiten begreiflich.

Also müsste darüber auch nicht weiter diskutiert werden.

  • Muss alles unumstösslich richtig sein, wie es ist, oder wären da nicht Veränderung denkbar oder sogar dringend nötig?

  • Warum sollen Gegebenheiten nicht hinterfragt werden dürfen?


In anderen Belangen ist das doch selbstverständlich.

Die wichtigsten Fragen, die sich zu dieser Problematik stellen, sind sicher diese:

  • muss einem als pädophil geouteten Menschen präventiv verboten werden, mit Kindern zu arbeiten, auch wenn bekannt ist, dass er sich bisher nie etwas zuschulden kommen liess?

  • warum wird einem "pädophilen" nicht genauso wie jedem anderen Menschen zugemutet, dass er Gesetze einhält und sich an Verpflichtungen hält, die er mit seiner Arbeit eingegangen ist?

  • warum werden Pädophile ausgeschlossen, während andere nicht belangt werden, solange sie sich nichts zuschulden kommen lassen? Obwohl ja bekannt ist, dass von allen Sexualstraftaten an Kindern nur "etwa 20 bis 30 Prozent von Pädophilen begangen werden. Das heißt, die große Mehrheit dieser Täter ist nicht pädophil."  (Aussage eines anerkannten Fachmanns.)


Weitere Ausführungen zu diesem Fragenkomplex hier.   



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