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Schwarze List...e

ARCHIV > 2007

23. September 2007


Jetzt wird sie obligatorisch...

Die schwarze List...e


"Ab Anfang 2008 müssen sämtliche Kantone jene Lehrer melden, denen die Unterrichtsbefugnis entzogen worden ist"






Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) hat die Schwarze Liste, in welcher Lehrer registriert werden, denen in ihrem Kanton die Unterrichtsbefugnis entzogen wurde, bereits im Jahr 2004 eingeführt. Doch nur ein Teil der Kantone machten auf freiwilliger Basis mit, weil die Datenschützer die Rechtsgrundlage kritisierten. Das soll nun geändert werden.


Die Liste wird Teil der revidierten Diplomanerkennungsvereinbarung aller Kantone.


Folglich müssen also ab dem 1. Januar 2008 alle fehlbaren Lehrer gemeldet werden.


meldet es:

"Schwarze Liste für Lehrer

Meldepflicht für Kantone ab 2008
Ab Anfang 2008 müssen alle Kantone ihre Lehrer, denen die Unterrichtsbefugnis entzogen worden ist, für die «Schwarze Liste» der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) melden.

So soll verhindert werden, dass fehlbare Pädagogen wieder als Lehrer von Minderjährigen eingestellt werden, wie EDK-Präsidentin Isabelle Chassot in einem Interview der «SonntagsZeitung» sagte."

"Das brauche es aber nur in Ausnahmefällen, etwa wenn keine aktuellen Referenzen vorlägen oder wenn Lücken im Lebenslauf bestünden."

Kritik von Datenschützer

Diese argumentieren," die Rechtsgrundlage für die Liste sei ungenügend. Damit seien verschiedene Kantone verunsichert worden."
Doch dazu meint die die EDK-Präsidentin: «Das Führen der Liste war und ist aber - natürlich unter Einhaltung des Datenschutzes - rechtmässig. Denn es geht um ein öffentliches Interesse: den Schutz der Schule und der ihr anvertrauten Kinder»

Schutz der Schule und der ihr anvertrauten Kinder?
Wenn es wirklich darum geht, dann mag eine solche Liste Sinn machen. Die Frage stellt sich aber, unter welcher Voraussetzung die Kantone eine Unterrichtsbefugnis entzogen haben. Wenn hier eine Vereinheitlichung der Kriterien


Kommentar zum Bericht in der vom 23.Sept.2007 von Nicole Meier


(nachzulesen hier anklicken :
Titelseite Haupt-Bericht )

"Ab Anfang 2008 müssen sämtliche Kantone jene Lehrer melden, denen die Unterrichtsbefugnis entzogen worden ist"


Nicole Meier beginnt den Bericht mit dem Fall eines Primarlehrers, der sich an seinen Schülerinnen vergriff, bestraft wurde und andernorts doch wieder eine Stelle fand. Auch dort konnte er zumindest ein heimliche Befriedigung seiner sexuellen Neigungen nicht lassen und wurde zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe und einem fünfjährigem Berufsverbot verurteilt.

Heute ist der 46-Jährige wieder auf freiem Fuss und seine Spur hat sich verloren.

«Wir haben keine Ahnung, wo er heute ist und was er arbeitet», sagt die Schulpflegepräsidentin seines letzten Wirkungsortes.

"Pädophile «eine Gruppe mit hohem Rückfallrisiko», meint der rechtspsychologische Gutachter Hans-Werner Reinfried. "Oft hätten sie die Tendenz, auf Umwegen wieder an eine Arbeit mit Kindern heranzukommen."

Deshalb sollen nun also die fehlbaren Lehrer zentral erfasst werden.

Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) hat die Schwarze Liste, in welcher Lehrer registriert werden, denen in ihrem Kanton die Unterrichtsbefugnis entzogen wurde, bereits im Jahr 2004 eingeführt. Doch nur ein Teil der Kantone machten auf freiwilliger Basis mit, weil die Datenschützer die Rechtsgrundlage kritisierten. Das soll nun geändert werden.

Die Liste wird Teil der revidierten Diplomanerkennungsvereinbarung aller Kantone.

Folglich müssen also ab dem 1. Januar 2008 alle fehlbaren Lehrer gemeldet werden.

Soweit so gar nicht gut....

Nicole Meier zeigt in ihrem Bericht, wie einseitig undifferenzierend und unlogisch die ganze neue, bzw. altbekannte Pauschaldiffamierung der sogenannten "Pädophilen" weiter ausgedehnt wird und ganz bestimmt Folgen haben wird, die "eigentlich niemand so wollte.....!"

Nicole Meier weist nämlich darauf hin - und damit hat sie das "Bravo" der Mehrheit für diese "Aufdeckung"- dass in den letzten Jahren mehrere Fälle von pädophilen Lehrern publik geworden seien, die "trotz eines Strafverfahrens in einem Kanton in einem anderen wieder eingestellt wurden".

Sie lässt Leser und Leserinnen nicht schmachten und erwähnt einen weiteren Fall, der noch hängig ist:

Die basellandschaftlichen Polizei- und Bildungsbehörden beschäftige ein Fall eines Sekundarlehrer der den Fahndern bei einer Kinderporno-Razzia im Februar ins Netz geriet. Die Schule wurde von der Polizei nicht informiert wegen der Unschuldsvermutung. "Der Lehrer erteilt noch immer Unterricht. Als sich der Generalsekretär der Bildungsdirektion, Martin Leuenberger, vorletzte Woche erkundigen wollte, gab die Polizei keine Auskunft. Grund: laufendes Verfahren."

Man merkt: Nicole Meier - und der Mehrheit, die ihr zunicken wird - ist es ein Skandal, dass der Lehrer munter weiter unterrichten darf.(Würde man Schüler und Eltern fragen, wären sie über ihn des Lobes voll..!?)

Ja,ja: " «Für uns ist das sehr schwierig», sagt Leuenberger. «Wir wüssten gern, wer der Lehrer ist und wo er unterrichtet." zitiert Nicole Meier sicher mit eigener Überzeugung Martin Leuenberger.

und:

"»Die Fachleute sind sich einig: Die Schwarze Liste ist ein gutes Mittel, aber sie bietet keine vollständige Sicherheit. Wichtiger sei ein sorgfältiges Verfahren bei der Stellenbesetzung, sagt Nic Kaufmann vom Bildungsdepartement des Kantons Aargau: «Referenzen einzuholen, ist nicht an allen Schulen Usus.» Viele Täter sind mit allen Wassern gewaschen. Von gefälschten Zeugnissen bis zu angeblichen Alpsommern im Lebenslauf kommt alles vor."

Wie bitte? Was sagt Nic Kaufmann? "» Viele Täter sind mit allen Wassern gewaschen."

Ein Lehrer, bei dem die Polizei eine Razzia durchgeführt hat, ist ein "Täter", von dem man gerne wüsste, wer es ist und wo er unterrichtet, damit man ihn liquidieren kann! Die böse Polizei aber will das nicht, weil sie sich an die Unschuldvermutung zu halten hat, bis alle Untaten des Lehrers Tat-Sachen sind!

Frage an Nicole Meier und an alle, die ihr bisher zugenickt haben: Ich erinnere mich an einen ganz aktuellen Fall, nämlich den Fall Ylenia: Warum habt ihr nicht alle schon lange aufgeschreit und protestiert, als immer noch vom "mutmasslichen Täter" die Rede war, als sich das ganze Volk schon längst einig und sicher war, wer der Mörder ist? (Er wird "mutmasslicher Täter" bleiben, man kann ihn nicht mehr fragen, aber er hat sein und anderes Leben selbst zerstört...)

Was will ich damit sagen?

Ein "Pädophiler" ist ein Täter für fast alle - und fast nicht mehr zu rehabilitieren - sobald er "einschlägig" ins Gespräch kommt. Eigentlich ganz egal, was er getan hat: ER IST EIN TÄTER UND MUSS WEG!!!

Nicole Meier - und alle, die Ihr der schwarzen Liste ein "ENDLICH!!!" oder "BRAVO!!!" zuruft: Macht Euch mal die Mühe und listet mir jene "pädophilen" Lehrer auf, die zu "Tätern" geworden sind, die ihre Strafe "verdient" haben und jenen, die bis zu dem Zeitpunkt, als in ihrem intimsten Bereich nach verbotenem Bildmaterial gesucht wurde, vorbildliche Lehrer waren, von denen man "so etwas" nie vermutet hätte und die nun am Boden zerstört (meist vergebens) nach einer neuen Existenz ohne Berufungs-Motivation suchen?

Bringt mir diese Liste!

Erst dann, wenn diese Liste so erschlagend eindeutig kriminell ist, also mehr wirkliche "Täter" aufweist, als Menschen, denen ihre ureigene intimste Sphäre, die eigentlich niemand anderes etwas angeht, durchschnüffelt wurde und vor allen enthüllt wird....

... erst dann dürft Ihr triumphieren!

Vielleicht denkt Ihr daran, dass es auch Euch sehr unangenehm sein könnte, wenn man Euer Privatleben mit allen auffindbaren Dingen, die nicht für Aussenstehende bestimmt sind und die ihr irgendwo verborgen hält - oder auch ganz unschuldig zuhause liegen habt - gewaltsam hervorholt und vor der ganzen Öffentlichkeit ausbreiten würde.

DIE MEDIEN WERDEN DIESE DINGE SCHON INS RECHT LICHT STELLEN UND AUS EINER MAUS EINEN ELFANTEN MACHEN, DAMIT DIE SENSATIONSLUST GESTILLT WERDEN KANN. STELLT EUCH MAL VOR, WAS DAS VOLK ALLES AN UNANSTÄNDIGEM VON EUCH DENKEN KÖNNTE!!!

Ein kleiner Trost zum Schluss für alle noch unbescholtenen Lehrer:

"Das Generalsekretariat der EDK in Bern erfasst nur den Namen des Lehrers, die Art seines Diploms und das Datum des Entzugs. Nicht erfasst wird der Grund für den Entzug."

Einsicht in die Liste gewährt das EDK nur auf schriftliche Anfragen von Behörden, die Lehrer einstellen, ob eine bestimmte Person gemeldet ist oder nicht.

Es würde mich aber nicht wundern, wenn das sogar von Lehrerseite beanstandet würde: Jeder, der einen Eintrag hat, könnte als "pädophil" vermutet werden - also möchte jeder, der einen Eintrag wegen eines anderweitigen Vergehens hat, dies erwähnt haben wollen...

PS: Letztere Bemerkung bekommt zusätzliche Bestätigung in der Berichterstattung im Blick online . Da heisst es nämlich: "Lehrer, die sich an Kindern vergangen haben, sollen nie mehr unterrichten dürfen. Dazu gibt es jetzt eine nationale schwarze Liste der pädophilen Pädagogen." Nach Blick gibt es also die schwarze Liste nur wegen pädophilen Vergehen - allfällige Gewaltsdelikte, oder Lehrer, die in ihrer Freizeit Horrorfilme reinziehen oder vielleicht sogar mal ein Kind totgefahren haben, weil sie gerne (zu) schnell Auto oder Töff fahren , das ist doch kein Grund nicht mehr Lehrer sein zu dürfen...!

2. Nachtrag:

Schwarze Liste pädophiler Lehrer

Lehrer, die ihre Unterrichtsbefugnis verloren haben, sollen schweizweit auf einer schwarzen Liste geführt werden.
Bern. – Die Liste soll verhindern, dass Lehrer, denen wegen Pädophilie oder Kinderporno- Konsums ein Berufsverbot erteilt wurde, wieder als Lehrer von Minderjährigen eingestellt werden.

... und wenn man weiter zurückblättert, kann man im sogar unter dem Titel :

BERUFSVERBOT FüR 30 LEHRER


Schwarze Liste Pädosexueller und Kinderpornografen: Nur ein Viertel der Kantone macht mit.

VON ANDREA BLEICHER

u.a. folgendes lesen:
Andrea Bleicher berichtet von einem Lehrer, der vor Gericht weinte, weil er sich an drei Schülerinnen vergangen haben soll. Er hätte dies getan, weil ihm seine Freundin davongelaufen und alle an ihm herumgenörgelt hätten. Ein psychiatrischer Gutachter hatte bei ihm «schwer therapierbare Pädophilie», festgestellt, aber davon wollte der Zürcher Kleinklassenlehrer nichts wissen. Er habe bei den Kindern nur Nähe und Zuneigung gesucht. Der Lehrer wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und steht nun seit Dezember 2004 auf der schwarzen Liste der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Er konnte nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Sommer 2004 eine Teilzeitstelle im Kanton Aargau als Berufsschullehrer antreten, weil nicht bekannt war, was im Kanton Zürich gegen ihn im Gange war. «Er legte ausgezeichnete Zeugnisse vor. Dass ein Strafverfahren gegen ihn läuft, verheimlichte er», erklärt Nic Kaufmann, Sprecher des Aargauer Departements für Bildung.

Kaufmann meint: «Der Mann ist im Schuldienst nicht mehr tragbar». Erst die Aargauer Behörde hat den fehlbaren Pädagogen nach Bern gemeldet - die Zürcher Kollegen hatten dies zuvor unterlassen.

"Rund 30 Namen von Lehrern ohne Patent wurden in den zwölf Monaten, seit die schwarze Liste besteht, an die EDK übermittelt; ein Viertel aller Kantone hat bislang Daten geliefert."

Im Verzeichnis stehen Pädosexuelle, Prügler sowie Kinderpornografen.

Klar - der zur Bestätigung der Richtigkeit einer solchen Schwarzen Liste weiter noch aufgeführte Fall mag bedenklich sein:
"St. Gallen meldete den Fall eines Lehrers, der Porträtfotos seiner Schüler auf Bilder gequälter Kinder montiert hatte"

Und aus Luzern wurden "mehrere Missbrauchsfälle" gemeldet.

Was aber braucht es wirklich, dass ein Lehrer nächstem Jahr auf die Liste kommt?

Pädosexuelle, Prügler sowie Kinderpornografen!

Keine Heterosexuellen, keine Homosexuellen, keine Autoraser, keine ehemaligen Täter anderer Vergehen, die ihre Strafe verbüsst haben (sie machen "das" ja nie mehr, was sie ins Gefängnis brachte!), keine Masochisten, keine Sadisten, keine Fetischisten, keine Ehebrecher, keine Bordellbesucher, keine süchtigen "Normal"-Sexkonsumenten... usw.usw. - Ausser, sie würden fehlbar in oben aufgeführten Delikten... Wann wird jemand als "pädosexuell" bezeichnet, wenn allein schon die Bezeichnung genügt, um auf die Liste zu kommen? Was ist ein "Kinderpornograf"?

«Mir fehlt das Verständnis dafür, dass nicht alle Kantone mitmachen», wurde damals Hans Ulrich Stöckling, Präsident der EDK und St. Galler Bildungsdirektor zitiert. «Dieses Verzeichnis dient dem Schutz der Kinder. Damit wollen wir verhindern, dass kriminelle Leute unerkannt in einer anderen Gemeinde angestellt werden.»

Eine - nach meiner Ansicht löbliche Ausnahme - machte der Kanton Basel-Stadt:

Er wollte die schwarze Liste weder mit Informationen beliefern noch konsultieren.

Die damalige Begründung von Erziehungsdirektor Christoph Eymann

«Die Zeiten des Prangers sind vorbei»

Die Basler Verantwortlichen wollen das Einstellen von straffälligen Kandidaten stattdessen durch das konsequente Einholen von Referenzen verhindern.

Mir scheint, dass dies die bessere Lösung ist und bleiben sollte!

Sie dürfte (hoffentlich!) offen lassen, ob ein Lehrer mit guten Referenzen wirklich nicht mehr für eine Stelle in Frage kommt, nur weil er einmal erwischt wurde beim Betrachten - oder sogar beim Erwerb von Kinderpornographie. Ich habe an anderen Stellen schon genügend dargelegt, dass es die Medien kaum interessiert, was letztlich bei einem aufgedeckten und von den Medien aufgebauschten "Fall" an wirklich Kriminellen relevant war, bzw. wie ein zukünftiges Gefährlichkeitspotential in seinem Umgang mit Kindern begründen werden könnte. Es würde aber ein Riesenspektakel geben, wenn herauskäme, dass ein Lehrer ein zweites Mal dabei überrascht wurde beim Konsum von Kinderpornographie und dieser nicht schon seit dem ersten Mal auf der schwarzen Liste war!

Man beachte: Das war Anfang 2005: " Die Datenschützer hatten die Liste wiederholt als «illegal» bezeichnet und bemängelt, dass die rechtliche Grundlage dafür fehle."!

Weshalb geht das jetzt auf einmal?

Weil scheinbar jetzt bei der Revision der Vereinbarung zur Diplomanerkennung zwischen den Kantonen ein entsprechender Passus aufgenommen wurde und das Recht auf Registrierung fehlbarer Lehrer explizit verankert wurde.

Ich bin zwar mit Stöckling, Präsident der EDK einig, wenn er sagt, "Kinderschutz sollte aber vor Datenschutz kommen.»

Und doch möchte ihn und alle seine Kopfnicker bitten, sich die Aussage des Erziehungsdirektors von Basel-Stadt, Christoph Eymann gut zu merken:

«Die Zeiten des Prangers sind vorbei»!



( http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/bildung/archiv/457894.html / aus SonntagsZeitung; 16.01.2005; Seite 2 | 19.01.2005] )

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