tinjo's HOMEPAGE


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Plattitüden

ARCHIV > 2008

20. Juli 2008

Die Leiden der Opfer
Plattitüden Von Urs Wälterlin

Mit Plattitüden habe der Papst sich bei den Opfern sexueller Übergriffe von Priestern herausgeredet, meint der Journalist Wälterlin. Er vergisst in seinem Kommentar zu seiner eigenen Berichterstattung, dass der Papst eine klare Vorgehensweise geplant hat.
Geht es dem Journalisten (und dem TagesAnzeiger) wirklich um den Schutz der Kinder? Steht hier nicht viel mehr "Pädophilenjagd" und letzlich ein willkommener Grund für einen neuen Angriff auf die katholische Kirche im Vordergrund?

Die Leiden der Opfer
Mein KOMMENTAR zum Kommentar von Urs Wälterlin zu:
Der Papst warnt vor «geistiger Wüste»
Benedikt XVI. hat in Sydney den 23. Weltjugendtag mit einer Messe abgeschlossen. Er verurteilte zuvor auch den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Dennoch waren die Verbände der Opfer nicht zufrieden.
( 20. Juli 2008, 19:42 / http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/913501.html)

"Man kann nur spekulieren, wie sich Anthony und Christina Foster gefühlt haben müssen" schreibt Urs Wälterlin in seinem Kommetar unter dem Titel: Die Leiden der Opfer

  • Erwartet er, dass der Papst sich nicht nur mit "Opfern" trifft und diese ihm bis ins Detail alles erzählen, was einst vorgefallen war, sondern dass auch den Reportern auch rapportiert wird, was die in ihrer Kindheit "vergewaltigten" Opfer dem Papst erzählt haben? Sind die Kinder der Fosters wirklich "vergewaltigt" worden oder entspricht diese Bezeichnung der Phantasie der Kritiker?
  • Braucht es Details für Aussenstehende?
  • Wird nicht von denselben Journalisten, wie Wälterlin einer ist, erklärt, dass jede Betrachtung von Kinderpornographie ein erneuter Missbrauch ist?


Weiter schreibt Wälterlin: " Der Papst sprach in Sydney das Thema des sexuellen Missbrauchs zwar an, hielt sich aber an Plattitüden.".

  • Was hätte er denn sagen sollen, der Papst?
  • Was erwartet Wälterlin von ihm und "der Kirche"?
  • Was sind für ihn "Plattitüden"?


Sind das Plattitüden, was der Papst sagte:
«An diesem Punkt möchte ich innehalten, um die Scham einzugestehen, die wir alle empfunden haben auf Grund des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch einige Kleriker und Ordensleute in diesem Land. Diese Vergehen, die einen so schweren Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine eindeutige Verurteilung»?

  • Fällt es denn niemandem auf, dass dieser Herr Wälterlin überlesen hat, was in seinem eigenen kommentierten Bericht steht: "Viele Opfer von Missbrauch waren in der Hoffnung nach Sydney gereist, den Papst bei einem persönlichen Treffen mit ihren Anliegen konfrontieren zu können. Doch dazu kam es zumindest heute nicht. Laut einem Sprecher des Vatikans wird sich Benedikt XVI. aber vor seiner morgigen Abreise möglicherweise noch mit Opfern treffen, wie er das auch bei seiner Reise in die USA tat. "
  • Hätte er nicht abwarten müssen, was der Vatikansprecher angekündigt hat und was dann auch geschehen ist?
  • Hat er seinen Kommentar darauf ausgerichtet, seiner Enttäuschung über das bisherige Ausbleiben von süffisanten Details schriftlich Ausdruck zu verleihen?


Darf ich Herr Wälterlin (und der TA-Redaktion) in Erinnerung rufen, was der Papst gemacht hat?

  • Er hat mit zwei Männern und Frauen gebetet und sich deren Leidensgeschichte angehört.
  • Er wollte durch diese "väterliche Geste" erneut seine tiefe Sorge um alle Opfer sexuellen Missbrauchs demonstrieren.
  • Das Treffen dauerte rund eine Stunde.


Wie lautet die Kernaussage des Kommentars Wälterlins zu einer sachlich wohl richtigen Berichterstattung über die Reaktionen des Papstes auf die mutmasslichen sexuellen Übergriffe von Priestern in Australien?

"Die Freude, die der Weltjugendtag nach Sydney gebracht hat, wird von der Erkenntnis getrübt, dass Worte wie «Mitgefühl» und «Nächstenliebe» aus dem Mund des Papstes hohl tönen, solange Menschen wie Anthony und Christina Foster nicht gehört werden. Die Eltern von Emma und Katie, die als Kleinkinder von einem katholischen Priester vergewaltigt worden waren, hatten den Papst um eine Audienz gebeten, damit er sich ihre tragische Geschichte anhöre. Er wollte sie zumindest vorerst nicht sehen. Er anerkannte, dass die Täter «dem Zeugnis der Kirche geschadet» hätten. Die Opfer müssten Fürsorge erfahren und die Verantwortlichen für diese Übel vor Gericht gestellt werden. "

  • Ich warte auf ein detaillierte Dokumentation im TagesAnzeiger über alle Missbrauchsfälle in Australien und deren Aufdeckung, bzw. Verschweigung und Verweigerung von Wiedergutmachungsbestrebungen der Kirche.
  • Ich warte auf eine detaillierte Dokumentation darüber, was diesem Anthony, dieser Christina, Emma und Katie u.a.m. von "der Kirche" verweigert wurde, wie und wo "die Kirche" falsch gehandelt hat. Mag sein, dass hier wirklich schlimme Dinge zum Vorschein kämen.So schlimme, dass sie die Glaubwürdigkeit der ganzen Kirche und ihrer Praxis in Frage stellen?
  • Ich warte auf eine detallierte Dokumentation über die Behauptung, die Wälterlin aufstellt: "Kommt ein Fall vor Gericht, nutzen Anwälte der Kirche jede nur mögliche Form des juristischen Kampfes, um die Opfer zu zermürben. "
  • Ich warte auf eine Auflistung von Wiedergutmachungsbemühungen der katholischen Kirche in Australien. Sicher gibt es dazu Berichte. Ich erinnere nur an den Papstbesuch in den USA. Damals ging die Meldung durch die Weltpresse. "Mehr als 4000 Priester sind in den USA beschuldigt worden, seit den 50er Jahren Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die Kirche zahlte mehr als zwei Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) Schmerzensgeld". Auch damals ging man einfach über diese Zahlen hinweg und beschuldigte "die Kirche" blindlings weiter, als wäre dieser einfach alles egal.
  • War es nicht ein weiser Entschluss des Papstes, dass er bis zum Ende seines Australienbesuchs mit dem Treffen von "Missbrauchsopfern" gewartet hatte, weil er das Thema vom Weltjugendtag trennen wollte? Hätte er den "Tätern" mehr Gewicht geben müssen als seinen Aufrufen nach christlichen Grundwerten?
  • Nochmals meine Frage an Herrn Wälterlin und den "TagesAnzeiger": Werden hier nicht schlimme Vergehen Einzelner mediengerecht aufgebauscht, um die Glaubwürdigkeit der ganzen Kirche und ihrer Praxis in Frage zu stellen? Was eignete sich da besser als die schon längst bis zum Überdruss strapazierte "Pädophiliehysterie" !?


Allerdings klage auch ich weiterhin gegen das Vorgehen der Kirche und des Papstes: Sowohl in den USA wie jetzt in Australien, wirkt für mich das "mea culpa" scheinheilig. Für mich aber liegt die Scheinheiligkeit nicht in erster Linie darin, dass die Opfer missachtet oder zu wenig entschädigt und die fehlbaren Priester zu wenig bestraft würden -
das ist Sache der individuellen Be- und Verurteilung von "Missbrauchs-Fällen" - sondern in der pauschalen Diskriminierung der "Pädophilie".

  • Weshalb bringt es "die Kirche", oder zumindest der so intelligente Papst nicht fertig, einmal ganz klar zu unterscheiden zwischen "pädosexueller Kriminalität" und "pädophilen Gefühlen"?
  • Weshalb bringt es "die Kirche", oder zumindest der so intelligente Papst nicht fertig, einmal klarzustellen, dass "pädophile Gefühle" an sich genauso wenig wie heterophile oder homophile Gefühle etwas Verwerfliches sind und weder die einen noch die anderen dieser Gefühle an sich schon Grund für einen Ausschluss aus kirchlichen Vertrauensämtern bedeuten müssen?
  • Weshalb bringt es "die Kirche", oder zumindest der so intelligente Papst nicht fertig, ebenso dogmatisch wie die katholische Kirche sonst klarstellt, zu unterscheiden zwischen menschlichen Eigenschaften und potentiellen Fähigkeiten?
  • Weshalb kann "die Kirche", oder zumindest der so intelligente Papst nicht ganz einfach darauf hinweisen, dass das in der kirchlichen Tradition verankerte Zölibatsgelöbnis für "Pädophile" genauso gilt wie für "Heterophile" und "Homophile" und niemand grundsätzlich wegen einer "Gruppenzugehörigkeit" diskriminiert werden darf?


Oder werde ich da von den Medien falsch orientiert? Überhört man einfach geflissentlich, was der Papst in dieser Richtung sagt, wie es gewisse Chefredaktoren auch tun, wenn man sie darauf aufmerksam machen möchte, dass es zu den banalsten Grundsätzen seriöser Journalistik gehört, zwischen Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen zu unterscheiden?

Wälterlin macht "der Kirche" den Vorwurf, dass diese in Australien nur "in den seltensten Fällen" die Polizei einschalte. Die Vorwürfe würden oft nur kirchenintern untersucht, wobei es meist "zu einer stillen Einigung zwischen Opfern und Kirche" komme.

  • Ja -, wenn es zu einer "Einigung zwischen Opfer und Kirche" gekommen ist, besteht doch eine Einigung!
  • Sind es die Medienleute, die eine Gerichtsverhandlung möchten, damit sie süffige Berichte schreiben können, oder was erwarten sie denn mehr von der Kirche, als dass sich die Opfer mit "der Kirche" einigen können?
  • Geht es ihnen nur darum, die Täter nach ihrem Gutdünken zu bestrafen, oder geht es ihnen um eine möglichst umsichtige Wiedergutmachung des Schadens, so gut dies eben noch möglich ist? Ginge es den Medien - und im Speziellen dem TagesAnzeiger - um letzteres, dann bestünde "Opferschutz" auch darin, die "Opfer" vor der Sensationslust der Medien zu schützen und nicht nur vor geilen Priestern...
  • Kennt man es nicht zur Genüge, wie penetrant gewisse Opfergruppen ihre Opferrolle pflegen und ausnutzen und sie oft darob vergessen, wie ernst sie eigentlich überall genommen werden? Wo kann man effektive Fakten nachlesen, die ihre Anliegen untermauern würden? Ist es nicht wie bei den "Opfer"-"Tat"-Sachen: Wen interessiert es denn schon, ob das, was in die Welt geschrieen wird, auch wirklich stimmt? Hauptsache, man findet und verfolgt "Schuldige"!


Fazit meines Kommentars zum Kommentar über einen sachlich wohl richtigen Bericht im TagesAnzeiger:
Was Urs Wälterlin geschrieben hat, sind nichts als Plattitüden!

Nachtrag: In der "Südostschweiz" vom 21.Juli konnte man denselben Kommentar auf der ersten Seite lesen, aber mit Details, die im TagesAnzeiger nicht zu lesen waren. Wälterlin schreibt, die Schadenersatzzahlungen für die Opfer seien auf "beschämend niedrige 50000 Franken begrenzt" . Dazu die Frage an Herr Wälterlin;

  • Könnten Sie bitte eine Tarifliste erstellen, die für Sie stimmig wäre? Es kann doch nicht sein, dass jeder "Missbrauch" nach Schablone abgelaufen ist. Also können auch die entstandenen Schädigungen nicht gleichermassen abgegolten werden!
  • Zweite Frage: Könnte eine solche Berichterstattung nicht gewisse Menschen auf die Idee bringen, da liesse sich auf einfache Weise Geld verdienen, bzw. erpressen?


Er behauptet auch: "Viele müssen den Missbrauch unter dem an eine Inquisition erinnernden Verhör eines Staranwaltes noch einmal durchleben, der von der katholischen Kirche bezahlt wird."
Nach meinen Erfahrungen sind das Behauptungen, die gerne geglaubt, aber kaum belegt werden können. Ich nehme an, dass "die katholische Kirche" diese Beschuldigungen dementieren müsste, wäre das nicht nur eine Behauptung eines kirchenfeindlichen Jounalisten, der nicht Ernst genommen werden muss.
Wäre es anders, müsste ich "die katholische Kirche" kritisieren, dass sie sich nicht vor der Öffentlichkeit erklärt und sich gegen diese Beschuldigungen wehrt.
Bedenkenswert ist, was im TagesAnzeiger auch nicht zu lesen war. Wälterlin von den Töchtern von Anthony und Christina Foster zu berichten weiss: "Katie wurde alkoholkrank und ist seit einem Autounfall stark behindert, Emma - nach einem von Sucht und Dpression dominierten, kurzen Leben - brachte sie sich voreinem halben Jahr um".

Darf ich Sie fragen, Herr Wälterlin:


  • Ist an all dem Elend "nur" ein Priester -und mit ihm "die katholische Kirche" schuld?
  • Kennen Sie das Umfeld dieser Opfer?
  • Weshalb diese - nach Ihrer Darstellung - Folge-Erscheinungen und ein tragisches Ende?
  • Wissen Sie so sicher, weshalb sich diese Emma umgebracht hat und weshalb die Katie alkoholkrank wurde?
  • Weshalb keine Vorwürfe von Ihnen an die Gesellschaft, die nicht fähig ist, geschädigten Menschen zu helfen?
  • Was nützt einer toten Emma die Medienhetze gegen "die katholische Kirche" und verdächtigte Priester noch?


Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü