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Die Leiden der Opfer
Plattitüden Von Urs Wälterlin
Mit Plattitüden habe der Papst sich bei den Opfern sexueller Übergriffe von Priestern herausgeredet, meint der Journalist Wälterlin. Er vergisst in seinem Kommentar zu seiner eigenen Berichterstattung, dass der Papst eine klare Vorgehensweise geplant hat.
Geht es dem Journalisten (und dem TagesAnzeiger) wirklich um den Schutz der Kinder? Steht hier nicht viel mehr "Pädophilenjagd" und letzlich ein willkommener Grund für einen neuen Angriff auf die katholische Kirche im Vordergrund?
Die Leiden der Opfer
Mein KOMMENTAR zum Kommentar von Urs Wälterlin zu:
Der Papst warnt vor «geistiger Wüste»
Benedikt XVI. hat in Sydney den 23. Weltjugendtag mit einer Messe abgeschlossen. Er verurteilte zuvor auch den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Dennoch waren die Verbände der Opfer nicht zufrieden.
( 20. Juli 2008, 19:42 / http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/913501.html)
"Man kann nur spekulieren, wie sich Anthony und Christina Foster gefühlt haben müssen" schreibt Urs Wälterlin in seinem Kommetar unter dem Titel: Die Leiden der Opfer
Weiter schreibt Wälterlin: " Der Papst sprach in Sydney das Thema des sexuellen Missbrauchs zwar an, hielt sich aber an Plattitüden.".
Sind das Plattitüden, was der Papst sagte:
«An diesem Punkt möchte ich innehalten, um die Scham einzugestehen, die wir alle empfunden haben auf Grund des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch einige Kleriker und Ordensleute in diesem Land. Diese Vergehen, die einen so schweren Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine eindeutige Verurteilung»?
Darf ich Herr Wälterlin (und der TA-Redaktion) in Erinnerung rufen, was der Papst gemacht hat?
Wie lautet die Kernaussage des Kommentars Wälterlins zu einer sachlich wohl richtigen Berichterstattung über die Reaktionen des Papstes auf die mutmasslichen sexuellen Übergriffe von Priestern in Australien?
"Die Freude, die der Weltjugendtag nach Sydney gebracht hat, wird von der Erkenntnis getrübt, dass Worte wie «Mitgefühl» und «Nächstenliebe» aus dem Mund des Papstes hohl tönen, solange Menschen wie Anthony und Christina Foster nicht gehört werden. Die Eltern von Emma und Katie, die als Kleinkinder von einem katholischen Priester vergewaltigt worden waren, hatten den Papst um eine Audienz gebeten, damit er sich ihre tragische Geschichte anhöre. Er wollte sie zumindest vorerst nicht sehen. Er anerkannte, dass die Täter «dem Zeugnis der Kirche geschadet» hätten. Die Opfer müssten Fürsorge erfahren und die Verantwortlichen für diese Übel vor Gericht gestellt werden. "
Allerdings klage auch ich weiterhin gegen das Vorgehen der Kirche und des Papstes: Sowohl in den USA wie jetzt in Australien, wirkt für mich das "mea culpa" scheinheilig. Für mich aber liegt die Scheinheiligkeit nicht in erster Linie darin, dass die Opfer missachtet oder zu wenig entschädigt und die fehlbaren Priester zu wenig bestraft würden - das ist Sache der individuellen Be- und Verurteilung von "Missbrauchs-Fällen" - sondern in der pauschalen Diskriminierung der "Pädophilie".
Oder werde ich da von den Medien falsch orientiert? Überhört man einfach geflissentlich, was der Papst in dieser Richtung sagt, wie es gewisse Chefredaktoren auch tun, wenn man sie darauf aufmerksam machen möchte, dass es zu den banalsten Grundsätzen seriöser Journalistik gehört, zwischen Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen zu unterscheiden?
Wälterlin macht "der Kirche" den Vorwurf, dass diese in Australien nur "in den seltensten Fällen" die Polizei einschalte. Die Vorwürfe würden oft nur kirchenintern untersucht, wobei es meist "zu einer stillen Einigung zwischen Opfern und Kirche" komme.
Fazit meines Kommentars zum Kommentar über einen sachlich wohl richtigen Bericht im TagesAnzeiger:
Was Urs Wälterlin geschrieben hat, sind nichts als Plattitüden!
Nachtrag: In der "Südostschweiz" vom 21.Juli konnte man denselben Kommentar auf der ersten Seite lesen, aber mit Details, die im TagesAnzeiger nicht zu lesen waren. Wälterlin schreibt, die Schadenersatzzahlungen für die Opfer seien auf "beschämend niedrige 50000 Franken begrenzt" . Dazu die Frage an Herr Wälterlin;
Er behauptet auch: "Viele müssen den Missbrauch unter dem an eine Inquisition erinnernden Verhör eines Staranwaltes noch einmal durchleben, der von der katholischen Kirche bezahlt wird."
Nach meinen Erfahrungen sind das Behauptungen, die gerne geglaubt, aber kaum belegt werden können. Ich nehme an, dass "die katholische Kirche" diese Beschuldigungen dementieren müsste, wäre das nicht nur eine Behauptung eines kirchenfeindlichen Jounalisten, der nicht Ernst genommen werden muss.
Wäre es anders, müsste ich "die katholische Kirche" kritisieren, dass sie sich nicht vor der Öffentlichkeit erklärt und sich gegen diese Beschuldigungen wehrt.
Bedenkenswert ist, was im TagesAnzeiger auch nicht zu lesen war. Wälterlin von den Töchtern von Anthony und Christina Foster zu berichten weiss: "Katie wurde alkoholkrank und ist seit einem Autounfall stark behindert, Emma - nach einem von Sucht und Dpression dominierten, kurzen Leben - brachte sie sich voreinem halben Jahr um".
Darf ich Sie fragen, Herr Wälterlin:
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