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neue Verkehrsregeln

ARCHIV > 2007

6.7.2007 BLICK



Fahrlehrer schlägt neue "Verkehrsregeln" vor !


Fahrlehrer (77) missbrauchte 22 Buben



Die entrüstete Frage des Viktor Dammann:

"Wie pervers kann ein Mensch sein?


"Der Pädophile Ernst W.* (77) fordert doch tatsächlich,dass Sex mit Kindern legalisiert werde."




MEIN KOMMENTAR:

Ich zitiere aus der Berichterstattung im Blick
:
"Der massige, schmuddlige Mann droht seine tiefhängenden, halboffenen Hosen zu verlieren, als er gestern dem Zürcher Bezirksgericht vorgeführt wird".

"Er war Primarlehrer, später Fahrlehrer und hat "elf Jahre lang mindestens 22 Buben sexuell ausgebeutet (die meisten im Alter von 14 und 15 Jahren). Das jüngste Opfer war sogar erst 13."

Jedem aufmerksamen Leser müsste schon jetzt etwas auffallen, dass dem für seine "umfassende Recherche und Hartnäckigkeit" mit einem Ehrenpreis ausgezeichneten Journalisten entgangen sein muss:



  • Weshalb sind denn die Buben "elf Jahre lang" hingegangen und haben Geld kassiert von diesem "massigen, schmuddeligen" Mann? (Zudem: sind die nicht älter geworden in diesen "elf Jahren"?)



  • Was machen diese "Opfern" heute ? Sind sie schwul "geworden", (wenn sie es nicht schon waren...?) Sind sie glücklich verheiratet oder vielleicht schon wieder geschieden, weil sie an Traumatas leiden? «200000 Franken habe ich an Jugendliche verschenkt», meint «Ernesto», wie er sich selbst nennt, stolz. «Sie haben mir sehr viel gebracht, nicht nur sexuell, sondern auch geistig.» Weshalb interessiert den, für seine "Menschlichkeit" mit einem Ehrenpreis ausgezeichneten Journalisten nicht, ob die "Opfer", die dem "Täter" "auch geistig sehr viel gebracht" haben, dabei eventuell selber "geistig geschädigt" wurden? (Oder waren sie es schon vorher, weil sie für ihre "Leistungen" Geld kassiert haben? - All dem nachzugehen, wäre doch einer interessanten journalistischen Recherche würdig!)



  • Warum interessiert scheinbar niemanden - ob überhaupt und wenn - unter welchen Folgen die "Opfer" heute zu leiden haben?



  • Warum fordert der "Blick" nicht genauso entrüstet, wie er über die Vorschläge des "Ernesto" ist, dass den Opfern geholfen werde? (Etwa, weil diese schon genug bekommen haben vom "Täter" und sich die Frage stellen würde, ob es sich um "Strichjungen" gehandelt habe...?)


Von Reue entdeckte der Journalist bei "Ernesto" keine Spur.
"Der vorbestrafte Pädophile möchte das Schutzalter am liebsten auf 12 Jahre senken. Damit er straflos Sex mit Kindern haben kann. In seinem Kampf vergleicht er sich mit Jeanne d’Arc oder Napoleon. Auch ihnen sei zuerst grosses Unrecht geschehen."

Gemäss Vorschlag des Staatsanwaltes soll "Ernesto" mit 36 Monaten Gefängnis bestraft werden. Davon müsse er - gemäss Aussage "Blick"- die
"Hälfte absitzen."

Dann macht "Blick" sogar Reklame für "Pöschwies":
" Abschrecken wird ihn dies nicht. «Die Strafanstalt Pöschwies ist ein Ferienheim, ich habe noch nie so gut gegessen», meint W. fröhlich."
Wen wundert's, wenn "Ernesto" meint: "Eine Therapie brauche er nicht. «Aus einem alten Esel kann man keinen jungen Esel machen.»

Dem sei nichts beizufügen, meint "Blick".

Ich möchte aber einen Vergleich anfügen mit der Berichterstattung von Thomas Hasler aus dem Tages-Anzeiger; 06.07.2007; Seite 19:

"77-jähriger Pädosexueller glaubt sich auf historischer Mission"


"Der frühere Autofahrlehrer hatte zwischen Juni 1999 und Juni 2006 über zwanzig Knaben missbraucht, einzelne mehr als zwei Dutzend Male"

Bereut habe er seine Taten nicht, denn strafrechtlich habe er zwar etwas Verbotenes getan, 'biologisch' aber nicht. Denn ist von Knaben die Rede, spricht er konsequent von «jungen Männern». Und zu diesen habe er nicht nur eine (oft bezahlte) sexuelle Beziehung gehabt, sondern auch eine geistig-seelische."


Vor Gericht bringt der Angeklagte «Reformvorschläge» vor " für ein neues Sexualstrafrecht" , die natürlich kein Gehör fanden."

Wohl im Unterschied zum "Blick"-Journalisten, der wohl nichts als Abscheu verspürte, empfand Thomas Hasler in den Verhandlungen vor dem Bezirksgericht
"etwas Bizarres". Er wunderte sich darüber dass es für den Angeklagten scheinbar "die Frage der angemessenen Strafe überhaupt keine Rolle" spielte. Auch dem Verteidiger war eine andere Frage wohl wichtiger: Er wendete ausserordentlich viel Zeit auf, um für den 77-Jährigen die beschlagnahmten Videos, Bilder und Gegenstände zurück zu erhalten, "sofern die erigierten Penisse auf den Tausenden von Bildern über 16-jährigen Personen gehören."

Zu hören gab es vor Gericht auch Ausschnitte aus Schriften des Angeklagten
;" «Sex mit jungen Menschen ist wie der Zauber eines Frühlings» - «Sie offerieren mir ihre jungen Körper. Danke» - «Meine Offerte von 100 Franken war ein Volltreffer» - «Albaner sind sexuell aktiv und deshalb interessant». Damit sollte "«das völlig falsche Bild» korrigiert werden, das die Anklage und der Psychiater vom 77-Jährigen haben."

Auch Thomas Hasler bemerkt, dass der Angeklagte, zwar seine Taten bereue. " Die Reue gilt aber nicht den, wie der Verteidiger sagt, «so genannten Opfern», sondern dem Angeklagten." Da dieser seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, " habe er die Konsequenzen seines Tuns «schmerzlich genug erfahren»."

Der 77-Jährige habe eine andere Konsequenz für sich daraus bereits gezogen:
"Er wird sich in Zukunft den Personalausweis der «jungen Männer» zeigen lassen."

Aus dieser Berichterstattung und jener aus dem Tages-Anzeiger; 13.07.2007; Seite 17 geht hervor - wohl in merklichem Unterschiede zu jener im "Blick" - dass hier zwar dem Gesetze Nachachtung verschafft wurde, sich alle Beteiligten aber eher in einem "Lustspiel" wähnten als in einer Gerichtssitzung. (Mit Ausnahme natürlich des Angeklagten, der nur noch den vorläufig zu Ende gegangenen Lust-Jahren nachträumen kann...)

Aber auch dieser Berichterstattung vermisse ich eine Nachfrage, wie es denn heute den "Opfern" geht.

  • Wenn ein damals 14-Jähriger "mindestens dreissigmal" zwischen Januar 1995 und Juli 1997 zu Diensten sein "musste", so frage ich mich, wie dieser dazu gezwungen wurde und weshalb er nicht schon wenigstens nach dem vierten oder fünften Male um Hilfe gerufen hat???
  • Weshalb "wurden über 300 Übergriffe dokumentiert" und es wird über keine einziges Schicksal eines "Opfers" berichtet.


Wen interessiert dies schon? Mehr Interesse dürften Leser und Leserinnen daran haben zu erfahren, was denn der Angeklagte mit seinen "Opfern" gemacht hat.
Bitte schön, sie dürfen es wenigstens lesend erfahren:
"In der Regel lutschte der ungepflegt erscheinende Mann am Penis der Knaben. Teilweise fotografierte er sie nackt in sexuell aufreizenden Posen und hängte die Bilder an die Wand seines Wohnzimmers."

"In der Regel"...? Das war's denn also. Unappetitlich die ganze Sache für Nichtbeteiligte (und vielleicht auch für die dafür bezahlten "Opfer"). Der 77-Jährige bestritt denn auch seine Übergriffe nicht. Er sieht sich aber als Kämpfer gegen das geltende Schutzalter. Er verglich sich mit Galileo, der seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse vor Gericht widerrufen musste, um nicht verbrannt zu werden. 300 Jahre habe es gedauert, bis dieser rehabilitiert worden sei. Genauso wie die als Hexe hingerichtete Anna Göldin werde wohl auch seine Verurteilung im geschichtlichen Rückblick als «Justizirrtum» angesehen werden.

Dass das Gericht auf die vom Staatsanwalt geforderte strafvollzugsbegleitende ambulante Therapie verzichtete, mag wohl mit dem Alter des Verurteilten zusammenhängen und der Bemerkung desselben vor Gericht:
«An der persönlichen Struktur kann man wahrscheinlich nichts mehr ändern».

An der Gerichtspraxis und an der Berichterstattung hingegen schon, auch wenn man nicht gerade ganz auf die Vorschläge dieses "modernen Galileo" eingehen muss...

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