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"Nachruf" im Pfarreiforum

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PfarreiForum 12/2008 Seite 9

Zum Rücktritt aus dem Kirchenrat von Murg


Zum Rücktritt aus dem Kirchenrat von Murg

Ein Kirchenverwaltungsrat in Murg stand offen zu seinen pädophilen Neigungen.
Schliesslich trat er unter dem Druck der Öffentlichkeit zurück. Der Administrationsrat hatte ihm diesen Schritt empfohlen.
Am Tag nach Erscheinen eines «Blick»- Artikels, der bekannt machte, dass im Murger Kirchenverwaltungsrat ein bekennender Pädophiler amtet, nahm der Administrationsrat Stellung. Er wies darauf hin, dass ein Kirchenverwaltungsrat eine weltliche Behörde und kein kirchliches Amt sei: «Bei der Wahl in die Behörde einer Kirchgemeinde im Kanton St. Gallen hat die katholische Kirche keine Möglichkeit zur Einflussnahme.» Die Kirchgemeinde Murg entscheide autonom, wen sie in ihre Kirchenbehörde wähle. Jede Kirchbürgerin, jeder Kirchbürger ist wählbar, der oder die stimm und wahlfähig ist. Der Administrationsrat ist Aufsichtsgremium, hat aber keine Einflussmöglichkeit auf Kandidatensuche und Wahl.
Laut der Stellungnahme hält es der Administrationsrat «jedoch für problematisch, einen bekennenden und auf einer eigenen Internetseite publizistisch aktiven pädophilen Menschen in ein öffentliches Amt wählen zu lassen». Zum Zeitpunkt der Stellungnahme war noch nicht bekannt, ob sich der Mann etwas zu schulden hatte kommen lassen. Dennoch ist seine Mitgliedschaft im Kirchenverwaltungsrat für den Administrationsrat
problematisch, da «Pädophilie ein sehr sensibler und heikler Bereich» sei.
Negative Schlagzeilen Besorgt zeigte sich der Administrationsrat über mögliche negative Schlagzeilen:
«Die Kirchgemeinde und mit ihr die katholische Kirche könnten in Verbindung mit pädophilen Straftaten gebracht werden.» Gleichzeitig warnte er vor einer Vorverurteilung. Einem pädophil veranlagten Menschen dürfe nicht automatisch
eine pädophile Handlung oder Straftat zur Last gelegt werden. Diese Menschen bräuchten die Unterstützung von Therapeuten und Seelsorgern.
Wenige Tage und einige Medienberichte später empfahl der Administrationsrat
dem Kirchenverwaltungsrat den Rücktritt, damit die Kirchgemeinde Murg wieder zur Ruhe kommen könne.
Strafuntersuchung
Der Mann war Aktuar und betreute die Internetseite der Pfarrei. Gleichzeitig bekennt er sich auf seiner eigenen Internetseite zu seinen pädophilen Neigungen.
«Hier schreibt ein lebenserfahrener ”Pädophiler“, wie er sich in seiner Umwelt zurecht gefunden hat …», heisst es auf der Seite, auf der er dazu anregen will, «sich mit diesem emotionsbeladenen Thema auseinanderzusetzen». Er wolle aufzeigen, dass nicht alle Pädophilen gleichzeitig Straftäter seien. Der Mann macht sich ausserdem stark für
einen wegen des Missbrauchs von Kindern verurteilten Verwahrten.
Unterdessen leitete die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen eine Strafuntersuchung
ein wegen des Verdachts auf Sexualdelikte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Kinderpornos beschlagnahmt.
(kipa/pem)

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