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Haft und Verwahrung

INHALT > DU > Beat Meier



Hier erfahren Sie mehr über den
Verlauf der 12 Jahre des Verfahrens seit Beat Meiers Verhaftung (<bitte anklicken)


Zeitungsbericht über die
Gerichtsverhandlung am Freitag, 11. April 2003



Verwahrter Pädophiler will Freilassung Sexuelle Handlungen mit Stiefsöhnen bestritten


Der bekennende Pädophile Beat Meier hat sich am Freitag zum zweiten Mal wegen sexueller Handlungen mit Kindern und sexueller Nötigung vor dem Zürcher Obergericht verantworten müssen. Das Gericht hatte ihn 1998 schuldig gesprochen und die Verwahrung angeordnet. Dieses Urteil wurde ans Kassationsgericht gezogen, das den Fall ans Obergericht zurückwies. Der Angeklagte verlangt einen Freispruch.

...

1993 wurde er in Frankreich verhaftet, als er sich mit den Kindern dort aufhielt. Seit über 10 Jahren befindet er sich in Haft beziehungsweise in der Verwahrung. Das Obergericht hatte ihn bereits 1998 wegen der Vorwürfe, die nun wieder zur Debatte stehen, zu 5 Jahren und 10 Monaten Zuchthaus verurteilt. Ein Anklagepunkt lautete damals noch auf mehrfache Pornographie, ist aber mittlerweile verjährt. Die Strafe wurde wegen der grossen Gefährdung der Öffentlichkeit zugunsten einer Verwahrung auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Das Kassationsgericht hiess in der Folge eine Nichtigkeitsbeschwerde gegen dieses Urteil teilweise gut und wies den Fall ans Obergericht zurück. Die Ausgangslage, in der das Obergericht sein zweites Urteil fällen muss, ist nicht mehr dieselbe wie 1998. So hat einer der Stiefsöhne seine für den Angeklagten belastenden Aussagen inzwischen widerrufen.

...

Zentral war in der Verhandlung die Frage, ob vom Angeklagten eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht, die eine Verwahrung rechtfertigt. Dazu äusserte sich am Prozess eine psychiatrische Gutachterin, die Meier eine äusserst ungünstige Prognose stellte. Es bestehe weiterhin ein grosses Risiko, dass er sexuelle Handlungen mit Kindern begehe, sagte sie.

...

Der Staatsanwalt verlangte - gestützt auch auf das psychiatrische Gutachten - einen Schuldspruch, eine 5-jährige Zuchthausstrafe und erneut eine Verwahrung. Der lange Gefängnisaufenthalt habe keine erkennbare Wirkung gezeigt, und der Angeklagte zeige keinerlei Einsicht.

...

Im Übrigen sei es ein Skandal, dass sein Mandant nach über 10-jähriger Haft noch immer auf ein rechtskräftiges Urteil warte. Der Rechtsanwalt stellte eine Reihe von Beweisanträgen, über die das Gericht nun befinden muss. Er beantragte, sein Mandant sei möglichst rasch aus der Haft zu entlassen. Dieses Gesuch soll in den nächsten Tagen behandelt werden

Verhandlung am Freitag, 3. Oktober 2008, vor dem Zürcher Obergericht:
"Pädophiler bleibt weiterhin in Verwahrung"


Bericht in

Am Freitag, 3. Oktober 2008 ist vor dem Zürcher Obergericht weiter über die Verwahrung von Beat Meier verhandelt worden. Der 63-jährige bekennende Pädophile ist Mitte der 90er Jahre wegen sexuellen Handlungen verurteilt worden. Im Zentrum der Verhandlungen stand ein neues Gutachten. Laut diesem Gutachten stellt B.M. immer noch eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Er habe sich gegen Therapien gesträubt, deshalb ist für den Oberstaatsanwalt eindeutig bewiesen, dass B.M. nur stationär weiter behandelt werden kann. Die Verwahrung müsse aufrechterhalten werden.
Der Verteidiger von B.M., der eine ambulante Massnahme verlangt hatte am Gutachten jedoch einiges zu bemängeln. Es sei zu pessimistisch, nicht zuletzt weil der der Gutachter voreingommen sei. Ausserdem habe es Lücken. Die Verteidigung verlangt nun ein Obergutachten. Ob B.M. weiter verwahrt wird, wird frühestens nächste Woche entschieden.


Kommentar:
"Er habe sich gegen Therapien gesträubt, deshalb ist für den Oberstaatsanwalt eindeutig bewiesen, dass B.M. nur stationär weiter behandelt werden kann. Die Verwahrung müsse aufrechterhalten werden." Das stimmt ganz einfach nicht! Im Gegenteil, er ist sehr wohl bereit für Therapien und führt solche auch durch, aber er will sich nicht für etwas therapieren lassen, das keinen Bezug zu ihm hat...

Bericht im Blick und Tages-Anzeiger:

Blick:
"Beat Meier (62), einer der schlimmsten Bubenschänder der Schweiz. Er will aus dem Knast. Doch der Oberstaatsanwalt hat etwas dagegen.
Meier sitzt, weil er jahrelang zwei seiner Stiefsöhne sexuell ausbeutete. Und bereits zuvor hatte er mehrfach Buben missbraucht.
Doch das bestreitet er bis heute. Immerhin gibt er jetzt vor Gericht zu, er sei «pädophil veranlagt». Doch Kinder würde er auch in Zukunft nicht sexuell missbrauchen

Beat Meier sieht sich nach wie vor als Opfer, nicht als Täter."


Kommentar:

"Beat Meier (62), einer der schlimmsten Bubenschänder der Schweiz."
Also doch nicht mehr der schlimmste, wie es hier, hier und hier noch behauptet wurde!

"Meier sitzt, weil er jahrelang zwei seiner Stiefsöhne sexuell ausbeutete. Und bereits zuvor hatte er mehrfach Buben missbraucht."

Meier sitzt nicht mehr. Er hat sein Strafe längst abgesesen! Meier ist verwahrt.
Zu Unrecht, wie ich und noch einige überzeugt sind! Er hat seine Stiefsöhne nicht missbraucht. Ein damals erzwungenes Geständnis haben diese selbst bei einem Revisionsverfahren widerrufen. Man glaubte ihnen nicht. (s. Bericht NZZ) (Recht hat der Blick-Journalist aber doch ein wenig, denn Beat "sitzt" noch unter genau gleichen Bedingungen wie ein frisch verurteilter Schwerstverbrecher!)

"Immerhin gibt er jetzt vor Gericht zu, er sei «pädophil veranlagt» Doch Kinder würde er auch in Zukunft nicht sexuell missbrauchen"
Ist das ein kleiner Lichtblick in Bezug auf Berichterstattungen im Blick? Wird hier doch einmal zugestanden, dass man "pädophil" sein kann und doch keine Kinder sexuell missbraucht? Immerhin wird diese Möglichkeit aufgezeigt!

"Beat Meier sieht sich nach wie vor als Opfer, nicht als Täter."
Ein Verwahrter als "Täter" zu bezeichnen, ist ziemlich unsinnig. Ausser es sei einer, der Mithäftlingen (es gibt ja in der Pöschwies keinen Unterschied zwischen Häftlingen und Verwahrten...) gefährlich wird, was ja vorkommen kann, aber mit "Verwahrungsgrund" wenig am Hut hat... Beat ist ein Opfer der "Pädophilie-Hysterie"!

Tages - Anzeiger:

"Ein Pädophiler will nach 16 Jahren aus dem Knast
Mit einem ungewöhnlichen Fall hat sich gestern das Zürcher Obergericht befassen müssen: Der seit Februar 1993 in Haft befindliche notorische Pädophile Beat Meier hat eine Überprüfung der seit 2003 andauernden unbegrenzten Verwahrung beantragt. Der heute 62-Jährige hatte in den Neunzigerjahren seine zwischen 7und 13 Jahre alten Stiefsöhne während Jahren sexuellmissbraucht. ... In etlichen weiteren Fällen war es wegen Verjährung gar nie zu einer Anidage gekommen.
Vor Gericht stand ein gebrochener und angeschlagener Mann, der die letzten zehn Jahre seiner bereits 16-jährigen Haftzeit in der Strafanstalt Pöschwies verbracht hatte. Mit seiner Frau habe er keinen Kontakt mehr, dafür aber mit dem jüngeren, inzwischen erwachsenen Stiefsohn.
Dieser hat wie auch sein älterer Bruder zuvor, die 1993 gemachte Aussage wegen sexuellen Missbrauchs 2003 zurückgezogen. Für das Obergericht war der Widerruf damals aber
nicht glaubwürdig. Meier hat aus seiner Pädophiie nie einen Hehl gemacht.
Er macht ein Fragezeichen hinter Meiers Motivation, sich der Grundproblematik
zu stellen und sich therapeutisch behandeln zu lassen. Eine deliktorientierte Therapie, die zwingend notwendig sei, habe noch nicht stattgefunden. Es bestehe eine Rückfallgefahr. Meier selber sagte an der gestrigen Gerichtssitzung, dass er zwar pädophil veranlagt sei, nicht aber pädosexuell. Bei der Antwort auf diese Fragen werden sich die Richter wohl nicht nur vom Recht, sondern auch vom politischen Klima leiten lassen.

Kommentar:
"Der heute 62-Jährige hatte in den Neunzigerjahren seine zwischen 7und 13 Jahre alten Stiefsöhne während Jahren sexuell missbraucht. ... In etlichen weiteren Fällen war es wegen Verjährung gar nie zu einer Anklage gekommen."
Beides Behauptungen, die schon mehrfach widerlegt wurden, aber notorisch neu aufgetischt werden...
Meier hat aus seiner Pädophiie nie einen Hehl gemacht.
Ganz anders rapportiert der Blick-Journalist: "
Immerhin gibt erjetzt vor Gericht zu, er sei «pädophil veranlagt». Doch Kinder würde er auch in Zukunft nicht sexuell missbrauchen."
Das war auch schon bem Prozess 1993 klar, wie damals die NZZ berichtete: " Beat Meier ist ein bekennender Pädophiler. " ( http://www.nzz.ch/2003/04/12/zh/article8SMEP.html?printview=true)
Es wird im Tages-Anzeiger noch präzisiert:
"Meier selber sagte an der gestrigen Gerichtssitzung, dass er zwar pädophil veranlagt sei, nicht aber pädosexuell."
Nimmt man dort zur Kenntnis, dass zwischen "pädophil" und "pädosexuell" unterschieden werden kann, bzw. dass "Gefahren" nur in sexueller Hinsicht bestehen?

...die 1993 gemachte Aussage wegen sexuellen Missbrauchs 2003 zurückgezogen. Für das Obergericht war der Widerruf damals aber nicht glaubwürdig.
Immerhin wird hier erwähnt, was an sich schon ziemlich skandalös ist, wenn erwachsenen Menschen nicht geglaubt wird, was damals Erwachsene von ihnen, als sie hilflose, allein gelassene Kinder, zum Verhör in einem Pariser Gefängnis eingesperrt, an falschen Geständnissen erzwungen haben...
"Bei der Antwort auf diese Fragen werden sich die Richter wohl nicht nur vom Recht, sondern auch vom politischen Klima leiten lassen."
Was mag er damit gemeint haben, der TA-Journalist?

Zuhörer-Kommentar:

Der Verteidieger von Beat Meier erfuhr erst im letzten Augenblick, dass die Verhandlung nun doch öffentlich war. Die Stimmung im Saal war eine andere als an den vorherigen verhandlungen. 

Der Gerichtspräsident befragte Beat sehr bezogen und respektvoll. Er begegnete ihm von Mensch zu Mensch.

Oberstaatsanwalt Andreas Brunner will, dass Beat für immer verwahrt bleibt. Ihn scheint es nicht zu kümmern, was dies die Steuerzahler kostet. Verwahrung eines Menschen, der keiner Fliege etwas zuleide tut... Und ob das den Menschenrechten noch entspricht, hätte er auch noch genauer zu beachten!

Der Anwalt von Beat, der auch sein amtlicher Verteidiger ist, schlug in seinem Plädoyer andere Töne an. Mit grosser professioneller Kompetenz hat er seine Anträge belegt. Er hat hauptsächlich den Verlauf vieler Aspekte von Beats Leben und seiner Entwicklung seit der Inhaftierung 1993 betont. Er zeichnete von ihm ein Bild eines Menschen, der viel gelernt und erfahren hat und der heute - als über 60-Jähriger - in keiner Weise mehr rückfallgefährdet ist. Er konnte das mit wissenschaftlichen Studien belegen. Sein Plädoyer scheint auch die Richter positiv beeindruckt zu haben.

Es wurde kein Urteil gefällt. Staatsanwalt A.Brunner verzichtete sogar auf eine Replik.

Beats Anwalt erwartet im Laufe des Oktobers einen Beschluss des Obergerichtes, in dem festgehalten wird, wie es weitergehen soll (ev. Obergutachten, ev, Zeugenbefragungen). Wenn er mit seinen Anträgen Gehör findet, wenn die Oberrichter in Unabhängigkeit entscheiden können, müsste man davon ausgehen, dass Beat nun wirklich lange genug in der Verwahrung ohne jegliche Hafterleichterung gesessen hat. Er müsste frei gelassen werden.






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