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ein Vergleich

INHALT > DU > Beat Meier

Der "Fall Beat Meier"

..aber zuerst eine andere Geschichte:

http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/790703.html

Im Juli 2005 wurde in der Ostschweiz ein 62 jähriger Mann verurteilt wegen Banküberfällen, Geiselnahmen und Sexualdelikten.

Die Anklage hatte an der Verhandlung sieben Jahre Zuchthaus und allenfalls eine Verwahrung des Rückfalltäters gefordert. Das Gericht kam jedoch zum Schluss, vom Verurteilten gehe zwar eine Gefahr aus, dieser könne aber mit einer ambulanten Therapie begegnet werden. Es ordnete deshalb eine Therapie an.

Sollte diese Therapie scheitern, so könnte laut Gericht zu einem späteren Zeitpunkt noch immer eine Verwahrung verfügt werden. Es sprach den 62-Jährigen
der mehrfachen Geiselnahme, der Nötigung, der sexuellen Nötigung und der sexuellen Handlung mit einem Kind schuldig. In einzelnen Anklagepunkten wurde der Mann freigesprochen. Das Kreisgericht beurteilte sein Verschulden als schwer.

Der Verurteilte hatte 1995, 1996 und 1997, maskiert eine Bank überfallen und jeweils eine Bankkundin als Geisel genommen. Er hatte den Frauen eine Pistole an die Schläfe gesetzt und von den Bankangestellten Geld verlangt. 1998 verübte er einen weiteren Banküberfall. Da nahm er einen Mann als Geisel. Bei den vier Banküberfällen erbeutete er über 400 000 Franken. Vor Gericht erklärte der Mann, er habe aus Verzweiflung über seine chaotische finanzielle Situation gehandelt. Die Waffe sei nie geladen gewesen.

1998 versuchte er, eine junge Frau zu vergewaltigen. Ein Jahr später zwang er eine Frau, ihn sexuell zu befriedigen. Ebenfalls 1998 versuchte er, ein Mädchen sexuell zu nötigen. 2004 belästigte er ein 12-jähriges Mädchen sexuell. Am selben Tag packte er eine 18-Jährige und versuchte, sie zu küssen.
Der Mann war bereits 1984 unter anderem wegen unzüchtigen Handlungen, Unzucht, Notzucht, Nötigung zu unzüchtigen Handlungen, Unzucht mit Kindern und Exhibitionismus zu acht Jahren Zuchthaus und einer Massnahme verurteilt worden, wie es vor den Schranken hiess.

Quelle: http://www.w-und-o.ch/index.cfm?id=7120

Ein Zeitungsmeldung die man mit einigem Erstaunen zur Kenntnis nimmt.

Da hat ein schon einmal wegen kriminellen Taten und unzüchtigen Handlungen Verurteilter nichts dazu gelernt und beginnt nach wenigen Jahren wieder mit einer Serie von kriminellen Handlungen. Weil seine finanzielle Lage prekär war, wie er aussagte, wollte er sich Geld auf die schnelle Art verschaffen. Und weil sein Sexualtrieb - im Gegensatz zum Geld, das ihm fehlte – nicht genügend verausgabt werden konnte, missbrauchte er - wie schon in der ersten kriminellen Phase - Mädchen und junge Frauen zu seiner sexuellen Befriedigung.

Erstaunen kann es nun schon, nachdem wir doch vor nicht so langer Zeit die "Verwahrungs-Initiative“ ins Strafgesetz aufgenommen haben, dass dem Antrag auf Verwahrung nicht stattgegeben wurde. Was braucht es denn dazu? „Aller schlechter Dinge braucht’s drei“ vielleicht? Also darf sich dieser Mehrfachkriminelle noch eine dritte Phase von Taten leisten, bis dem Antrag auf Verwahrung dann vielleicht stattgegeben wird?

Oder - was ich eher vermute - wagen die Behörden nicht mehr, Menschen zu verwahren, wegen den skandalösen Bedingungen, die durch diese menschenrechtsverletzende Initiative ins Gesetz aufgenommen werden mussten?

So sind die neuen Bedingungen:
Art. 65bis (neu)
1. Wird ein Sexual- oder Gewaltstraftäter in den Gutachten, die für das Gerichtsurteil nötig sind, als extrem gefährlich erachtet und nicht therapierbar eingestuft, so ist er wegen des hohen Rückfallrisikos bis an sein Lebensende zu verwahren. Frühzeitige Entlassung und Hafturlaub sind ausgeschlossen.
2. Nur wenn durch neue, wissenschaftliche Erkenntnisse erwiesen wird, dass der Täter geheilt werden kann und somit keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit darstellt, können neue Gutachten erstellt werden. Sollte aufgrund dieser neuen Gutachten die Verwahrung aufgehoben werden, so muss die Haftung für einen Rückfall des Täters von der Behörde übernommen werden, die die Verwahrung aufgehoben hat.
3. Alle Gutachten zur Beurteilung der Sexual- und Gewaltstraftäter sind von mindestens zwei voneinander unabhängigen, erfahrenen Fachleuten unter Berücksichtigung aller für die Beurteilung wichtigen Grundlagen zu erstellen.

Ich bin kein Befürworter der Verwahrung, wenn andere Massnahmen möglich wären. Schon gar nicht von einer lebenslänglichen mit dieser neuen Regelung

Mir geht es bei dem hier aufgegriffenen Fall auch nicht darum, Richter zu spielen und zu beurteilen, ob dieser Mann nun besser verwahrt werden sollte oder nicht.

Das war nur eine Vorgeschichte zu der weitaus unverständlicheren – und für den Betroffenen äusserst tragischen Geschichte.

Es geht um einen Mann, der für Taten, die er nach seinen Aussagen nie begangen hat, zu fünfeinhalb Jahren verurteilt wurde und seit über fünfzehn Jahren nun ohne Unterbruch im Gefängnis sitzt. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass er die ihm zur Last gelegten Taten konsequent abgewiesen hat, sonst wäre er nach Verbüssung der verhängten Strafe (mit Auflagen) freigelassen worden. Er konnte mit seinem Verstand nicht in Einklang bringen, dass er etwas hätte zugeben müssen, was man ihm vorwarf, das er aber nie getan hat. Trotz Kenntnis der Folgen, konnte er sich nicht durchringen zu einem für ihn Freiheit bedeutenden Geständnis, das aber aus seiner Sicht mit unzumutbaren Bedingungen zu falschen Eingeständnissen verknüpft war . So wurde als Zusatzstrafe lebenslange Verwahrung verordnet, was für ihn auch nach Verbüssung der Strafe immer noch ein Leben bedeutet unter denselben, oder noch schlimmeren Haftbedingungen als sie für Strafgefangene gelten. Von Urlauben oder Hafterleichterungen und freierem Kontakt zur Aussenwelt durch Gefängnisbesuche kann er nur träumen.

Vielleicht geht es Ihnen wie den Leuten, die nun das „Komitee für die Befreiung von Beat Meier“ gegründet haben.

Sie können vielleicht gar nicht glauben, dass es wo etwas in der Schweiz gibt?

Das gibt es - in der Schweiz!!!


Aber lesen Sie selbst!


Ein Tipp noch, bevor sie damit beginnen:

  • Prüfen Sie ihre ersten Gedanken, die Sie bei den Beat Meier vorgeworfenen Taten empfinden.
  • Speichern Sie diese Gedanken, und versuchen Sie, wenn irgend möglich, diesen Bericht mit den geschilderten Verfahren und Straf-Massnahmen gegen Beat unvoreingenommen durchzulesen.
  • Prüfen Sie danach Ihre Gedanken, die Sie hatten, als Sie von Beat zur Last gelegten Taten erfuhren mit denen nach dem Lesen des ganzen Berichtes.
  • Hat sich Ihre erste Meinung bestätigt oder verändert?



Zur Beachtung:
Ich bin nicht Mitglied dieses Komitees stehe aber voll hinter dessen Bestrebungen und habe die Erlaubnis, die Broschüre des Komitees mit Angaben zum "Fall Beat Meier" (BEI MIR ERHÄLTLICH!) hier zu veröffentlichen.

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