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der grösste Bubenschänder?

ARCHIV > 2007

Wer ist der grösste Bubenschänder der Schweiz?


Ein Vergleich dieser Blick-Gerichtsberichterstattung mit derjenigen im Tages-Anzeiger vom Freitag, 2. März 2007, auf Seite 18 "ZÜRICH UND REGION" deckt Merkwürdiges auf:

"Triebtäter auf unbestimmte Zeit weggeschlossen"


Während vom "Blick"-Journalisten die Vergangenheit des erneut straffällig gewordenen A.S. mit einem einzigen Satz abgehandelt wird und die Leser nicht erfahren, was der Grund für die abgesessene Gefängnisstrafe war, erfährt man aus dem Tages-Anzeiger folgendes:



" Der bald 49-jährige Zürcher hatte Anfang der 90er­ Jahre als «Ersatzvater» die zehnjährige Tochter und den neunjährigen Sohn seiner damaligen Freundin, einer allein erziehenden Mutter, massiv sexuell missbraucht. Später bewarb er sich als Kinderhüter bei der Nachbarschaftshilfe Altstetten – und missbrauchte einen ihm anvertrauten neunjährigen Knaben."
Man erfährt auch, dass er deswegen fünf Jahre im Gefängnis sass. (im "Blick" heisst es einfach "mehrere Jahre"...)Zu denken gibt, dass ihn
"weder die fünfjährige Zuchthausstrafe noch die damit verbundene mehrjährige einzel- und gruppentherapeutische Behandlung" daran hinderten, "sich per Inserat als Götti" anzupreisen.
"In der Folge missbrauchte der Mann fünf Knaben im Alter von drei bis elf Jahren, die bei ihm in den Ferien weilten. "
Was im "Blick" - (vielleicht aus Vorsicht vor allfällig strafbarer Pornographiedarstellung?) fast schon verharmlosend tönt (wenn nicht bestimmte Gründe dagegen sprächen, würde ein "durch die Hölle" gehen sicher genüsslich ausgemalt!), kommt im Tages-Anzeiger recht happig daher:
"Einen dieser Jungen, einen achteinhalbjährigen Knaben aus Ostdeutschland, missbrauchte er über fast zwei Jahre hinweg immer wieder (dem "Blick" genügt ein "immer wieder"). Die Übergriffe nahm er auf Video auf. Zu sehen und vor allem zu hören ist, wie der Knabe beim analen Eindringen des Mannes laut schreiend wegrennt."
Dass der Vergewaltiger dann die Mutter dieses Knaben heiratet und er so Stiefvater von fünf Knaben wurde, erinnert Viktor Dammann vom Blick an
"den verwahrten Pädophilen Beat Meier".


Weil der "gelernte Bäcker" die "vom Bezirksgericht verhängte zehnjährige Zuchthausstrafe, die zu Gunsten einer Verwahrung aufgeschoben wird," an das Obergericht weiterzog, wurde er zwar vom "Vorwurf der sexuellen Nötigung" freigesprochen. (Die "Blick-Leser" erfahren nur, dass der "grobschlächtige" Mann uneinsichtig und reuelos ist und zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde und er verwahrt werde, zum Schutze der Kinder...)


"Auf Grund der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts lasse sich nicht nachweisen, dass er auf die Opfer zusätzlichen Druck ausgeübt oder physische Gewalt angewendet habe." Die Strafe wurde auf sieben Jahre reduziert.

"Das Obergericht sprach von einer «beispiellosen Uneinsichtigkeit und Unverbesserlichkeit» und von einem «exemplarischen Fall eines triebgesteuerten Täters»."

"Weiter zu denken gibt auch, dass «in seltener Klarheit ersichtlich», wird, "dass die Therapieversuche gescheitert seien. Er habe sie «durch sein unaufrichtiges Verhalten sabotiert»."

Was fällt nun auf bei der Darstellung von diesem "Fall A.S."?

  • Man möge selber zählen, auf wie viele "Opfer" der Gerichtsberichterstatter des "Blicks" und auf wieviele derjenige des "Tages-Anzeigers" gekommen ist.


  • Man möge selber beurteilen, ob ein Vergleich mit Beat Meier und seine volle Namensnennung bei dieser Berichterstattung gerechtfertigt ist. Für mich ganz klar nicht, weil Beat Meier nie solche Taten angelastet werden mussten und seine Verurteilung für Vorkommnisse nach Verbüssung einer Haftstrafe im Ausland auf unbewiesenen und unbegründeten Fakten beruhen und weitere Beschuldigungen sich als unzutreffend erwiesen...Die ihm vorgeworfenen Missbrauchfälle an seinen Stiefsöhnen wurden von diesen widerrufen!


  • Man möge sich nun selber überlegen, weshalb der "Blick" alle weiteren und früheren Fälle von "Bubenvergewaltigern" so knapp und möglichst unsensationell darstellen muss! Für mich keine Frage: weil für den "Blick" klar ist, wer der "grösste Bubenschänder der Schweiz" ist! (Man lese hier nach!)


  • Ist das die Berichterstattung, welche den Blick zu der "stärksten Zeitung der Schweiz" macht?


Unabhängig von diesem Berichterstattungsvergleich stehe ich der Darstellung dieses Falles skeptisch gegenüber. Es gibt meiner Erfahrung und Ansicht nach einige Ungereimtheiten, auf die ich aber hier nicht eingehen kann und will. Hier scheint aber eine Verwahrung sicher um ein Vielfaches berechtigter zu sein, als im Fall von Beat Meier. Zu denken gibt, das scheinbar die bei dem so krass rückfällig gewordenen A.S. angewendete Therapiemethode keine WIrkung hatte, oder - wie im Tages-Anzeiger zitiert: "Er habe sie «durch sein unaufrichtiges Verhalten sabotiert»." Im Gegensatz zu einer Psychotherapie, die den ganzen Menschen zu erfassen vermag, (so er überhaupt erfassbar ist), die sowohl Elemente von Verhaltenstherapie, wie auch solche von humanistischen Verfahren umfasst, wird in einer deliktzentrierten Therapie von der "Tat" ausgegangen, mit dem Ziel, dass es nie mehr zu solchen kommen soll...


Es ist fraglich - was dieser Fall ganz klar beweist - ob auf Grund solcher Therapien erfasst werden kann, ob jemand gefährlich ist, bzw. rückfällig wird.

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