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Beichtgeheimnis

ARCHIV > 2008

Der berichtet:
Justiz soll in Kirche aussen vor bleiben
05. Juni 2008, Update 18:08
Die katholische Kirche wird auch künftig nicht bei jedem Verdacht eines sexuellen Übergriffs die Justiz einschalten. Die Täter sollen dazu bewogen werden, sich selber anzeigen.


Endlich eine mutiger Entschluss der Kirche!


Im Zusammenhang mit dem Pädophilieverdacht gegen Priester hat die Bischofskonferenz die im Januar angekündigte Überprüfung der internen Richtlinien für den Umgang mit sexuellen Übergriffen in Angriff genommen.

" «Ein Fachgremium erarbeitet derzeit eine Checkliste zum Vorgehen bei Verdachtsfällen», sagt Bischof Kurt Koch, der Präsident der Bischofskonferenz. Dabei gehe es insbesondere um die Regelung der Zuständigkeiten."
Keine generelle Anzeigepflicht

Das bisherige Verhalten der Kirche wird sich bei vermuteten oder aufgedeckten Vergehen nicht gross ändern.
Gemäss Bischof Koch bleibt der Kern der Richtlinien bestehen. Weiterhin wird die Kirche nur die weltliche Justiz einschalten, wenn sich «die Gefahr von Wiederholungstaten nicht auf andere Weise bekämpfen lässt». Wie bisher sollen die Opfer aber darauf hingewiesen werden, dass sie eine Strafanzeige einreichen können und die Täter zur Selbstanzeige bewogen werden.
Die Anregung des Bischofs von Sitten, dass die Kirche bei jedem Verdacht die Justiz einschalten sollte, wurde nicht aufgenommen. Nach Ansicht der Bischofskonferenz wäre eine Anzeigepflicht nicht mit dem Opferschutz zu vereinbaren. (cha/sda) (http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/882210.html)

Man erinnere sich an die Forderungen des Offizials vom kranken Freiburger Bischofs Genoud:
"Nicolas Betticher wies auf den Schwachpunkt des zwischendiözesanen und internationalen Informationsflusses hin. Die Schweizer Kirche müsse dringend eine Datenbank über pädophile Priester schaffen und mit den römischen Stellen kooperieren." (mehr dazu hier)

Da sehen die Beschlüsse der Bischofskonferenz doch wesentlich humaner, sprich christlicher, aus.

Zu diesem Thema heisst es in der offiziellen Mediencommuniqué über die:
"280. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK)
Mediencommuniqué, Einsiedeln 2.-4. Juni 2008
Die Schweizer Bischofkonferenz (SBK) hat sich vom 2. bis 4. Juni 2008 in der Benediktinerabtei in Einsiedeln zur 280. Ordentlichen Versammlung getroffen.

- Die Bischöfe und Territorialäbte haben Dr. Adrian von Kaenel und Dr. Joseph Bonnemain, Präsident und Sekretär des SBK-Fachgremiums „Sexuelle Übergriffe in der Pastoral“, empfangen. Die Begegnung diente dem Austausch über die Arbeit des Fachgremiums. Im Sinne der Richtlinien von 2002 erarbeiten die Experten derzeit weiterführende praktische Unterlagen für den Umgang mit Anzeigen über einen sexuellen Übergriff in der Seelsorge."

Man darf darauf gespannt sein, wie diese Richtlinie "weitergeführt" werden.

Hoffentlich mit dem gleichen Mut zur richtigen Selbsteinschätzung der seelsorgerlichen Pflichten und Fähigkeiten der kircheninternen Gremien und der sorgfältigen Wahl von fachlich ausgewiesenen, weltgewandten und unvoreingenommenen Experten, (woran ich leider noch sehr zweifle).



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