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8.April - der Bischof und das Ende der Fastenzeit

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Mittwoch, 8.April

Bischof Markus - und das Ende der Fastenzeit

Was Fasten bedeutet, weiss jedes Kind.
Will man aber Genaueres daüber wissen, heisst die Antwort wohl meist, Fasten sei Abbau von unangenehm werdendem Körpergewicht.

Fasten bedeutet in jedem Fall Verzicht auf etwas.

Fastenzeit vor Ostern ist Besinnung und Vorbereitung auf jenes Ereignis, das dem christlichen Glauben zu Grunde liegt: Tod und Auferstehung Jesu.

Bischof Markus hat mir in der Fastenzeit geschrieben und sich entschuldigt, dass er mir auf meinen Brief vom letzten Herbst nie geantwortet hat.

"Wenn äussere Ereignisse in der Kirche sich überstürzen, ist es im dichten Terminkalender oft schwierig, allen Verpflichtungen nachzukommen. Ich bitte um Entschuldigung"

Fastenzeit ist auch Versöhnungszeit. Wer könnte nicht selbst "ein Lied darüber singen", sich schon öfters schuldig gefühlt zu haben wegen unerledigter Dinge - Vorhaben, die einfach nie in die Tat umgesetzt wurden...

So nehme ich die Entschuldigung des Bischofs gerne an und glaube ihm, dass in seinem Terminkalender zuerst wichtigere Dinge ihren Platz finden mussten als die Ereignisse in der Kirchgemeinde Murg, welche ihm ein kirchenferner Eiferer und ein rachesüchtger Journalist eingebrockt haben.

Vielleicht war es in erster Linie auch sein oberster weltlicher Vorgesetzter, der ihm so viele Probleme zeitlicher und geistlicher Art bereitet hat, dass Vorgänge in der eigenen Diözese in den Hintergrund traten oder durch übergeordnete Vorgänge unverhältnismässig belastet und erschwert worden sind.

Fastenzeit ist die Zeit vor Karfreitag, dem Tag, an dem scheinbar alles zu Ende ging, was den darauf folgenden christlichen Glauben ausmacht. Der Tod Jesu war eben nicht das Ende, sondern der Beginn jener Zeit, die heute, morgen und jeden weiteren Tag andauert!

Es ist die Zeit nach Ostern, dem Tag, an dem der Tod besiegt wurde!

Grosse Worte!

Ist es Missbrauch, wenn ich solche Worte mit meinen eigenen Gedanken zum Brief des Bischofs an mich verknüpfe, -der "öffentlichen Person", die man schweizweit mit Namen und Porträt unhinterfragt und ungestraft schlecht machen durfte?

Weil ich von jenen hierarchischen Stufen der Kirche, der ich so viel Lebenszeit mit innerer Überzeugung und Willen zum "Trotz-Dem" gewidmet habe, in die Verleugnung meiner selbst gezwungen werden sollte, damit ich noch "geduldet" würde, zog ich den Weggang vor.

Das heisst aber nicht Abschied von dem. was ich unter Ostern verstehe!

Ostern ist Auferstehung vom Tod, ist neue und unsterbliche Hoffnung.

Ich habe die Hoffnung nie verloren, dass auch mir einmal Gerechtigkeit widerfahren wird in dem, was mir so ungerechtfertigterweise angetan wurde.

Der Brief des Bischofs ist für mich ein Zeichen der Erfüllung von Hoffnungen. Ein kleines Zeichen vielleicht nur. Es ist Bereitschaft zur Begegnung. Wahre Begegnung ist Teilhaben am Osterereignis. Es bedeutet nicht "Begraben von Vergangenem". Ostern ist Wandlung, Läuterung.

Vorbei die schmerzliche Zeit, vorbei die - in jeglicher Art von Not - läuternde Fasten-Zeit, die Zeit, in der in Ruhe und Entschlackung über Vergangenes nachgedacht werden konnte.

Jetzt kommt die Zeit des Neubeginns, sprossende Hoffnung im festen Glauben, dass das Gute und Wahre siegen wird!

Ich habe grosse Worte gebraucht und mich als den Glaubenden an das Gute in den Mittelpunkt gesetzt!

Kann ich denn anders, als von meinem eigenen Empfinden und Denken auszugehen? Ich habe mich versöhnt mit dem Bischof, von dem ich früher eine Reaktion erwartete. Ich kann mich auch versöhnen mit Menschen, die noch immer nur das Schlechte in mir suchen. Sie können es nicht lassen, mich ständig neu - vielleicht in Stellvertreung für unbewusst herumgeisternde eigene unverarbeitete Feindbilder - an den Pranger zu stellen.

Ich stehe hier in den Mittelpunkt, weil ich hinhalten muss für eine Minderheit, die gnaden-, kritik- und gewissenlos verfolgt und geächtet wird. Man hat mich zu etwas "erhöht", das ich nie beabsichtigt hatte. Man tat dies, um mich zusammen mit der gemeinten Minderheit zu schlagen und zu richten.

So gesehen, hoffe ich, dass sich Menschen mit mir und meinen Gedanken identifzieren können, die in ähnlicher oder anderer Weise Missgunst, Machtmissbrauch und sonstige Ungerechtigkeiten erdulden mussten oder müssen. Besonders schliesse ich jene mit ein, die solches Leid erfahren haben oder erdulden müssen von Menschen, zu denen sie mich wegen meinem Bekenntnis zur Ehrlichkeit unhinterfragt auch zählen...

Ostern - Auferstehung und Neubeginn! Hoffnung für alle, dass Unrecht und Gewalt nicht siegen kann!

Wer kann da noch dunkle Gedanken haben - wer wäre da nicht bereit, an den guten Willen in jedem Menschen zu glauben und ihm zu dessen Entfaltung mit zu verhelfen!?






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