tinjo's HOMEPAGE


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


3.April - Der Bischof und die Medien

ZUM TAG > 2010 > April 2010

Michael Meier hat den ehemaligen St. Galler Bischof Ivo Fürer im Zusammenhang mit den “Missbrauchsskandalen“ im



interviewt und hat ihn gefragt, ob er froh sei, nicht mehr im Amt zu sein.


Seine Antwort: "Wir hatten schon früher einen Fall im Bistum St. Gallen: Alois F. von Walenstadt, der verurteilt worden ist. Damals war ich Bischof. Die ganze Karwoche 2002 war ich unter Beschuss der Medien.“

  • Weiss der Herr Bischof, dass dieser „Alois F.“ am Ostersonntag sein 45. Priesterjubiläum feiern könnte, wenn es da noch etwas zu feiern gäbe?


  • Wer war denn in der Karwoche 2002 vor allem unter Beschuss der Medien: Er, oder der Alois F.?


  • Weshalb wurde auch Bischof Fürer in den Medien herumgezogen? Wenn er das schon so nebenbei erwähnt – im weiteren Interview gibt es keine Erklärung dazu – dann müsste er sich doch auch heute noch schuldig fühlen, sodass er dies besser unerwähnt gelassen hätte.


  • Bischof Fürer hat damals voreilig am Palmsonntag vor den Gläubigen ein Schreiben verlesen lassen, durch das dieser Pfarrer, bevor auch nur eine gerichtliche Feststellung vorlag, vorverurteilt wurde. (Es amtete derselbe Staatsanwalt, der in meinem „Fall“ den Medien und Privatpersonen freimütig und rechtswidrig unbewiesene Vermutungen als Tatsachen ausgab.)


  • Weshalb erwähnte Bischof Fürer in diesem Interview nicht, dass sich dieser Pfarrer während seiner vieljährigen Tätigkeit in Walenstadt nichts, aber auch gar nichts (mehr) zu Schulden kommen lassen hat?


  • Warum erwähnt Bischof Fürer in diesem Interview nicht, dass gewisse Medien nicht ihn, sondern diesen Pfarrer damals in einer so unsäglichen Weise im wahrsten Sinne des Wortes kaputt gemacht haben, dass er sich auch heute noch kaum an die Öffentlichkeit wagt?


  • Warum wagt Bischof Fürer in diesem Interview nicht zu sagen, dass die Kirche die Medien mehr als der Teufel das Weihwasser fürchtet?


Es ist doch nun wirklich bezeichnend für das Denken gewisser Kirchenoberen, dass sie in erster Linie ihr eigenes „Gesicht“ zu wahren versuchen und sich persönlich angegriffen fühlen, weil sie sich – wohl unbewusst – in ihrer Selbstgerechtigkeit verletzt fühlen. Was sie wirklich falsch gemacht haben und wie sie glaubwürdig bleiben könnten - und mit ihr "die Kirche" - lassen sie sich nur von jenen sagen, die ihre eigenen Position bestärken. Darum bleiben sie unglaubhaft und weiterhin zu Recht angegriffen.


Bischof Fürer ist kein Befürworter eines zentralen „Missbrauchsregisters“ in Rom. Dort könnten ja nur gerichtlich verurteilte Priester registriert werden. Er möchte es den Bischöfen überlassen, bei der Anstellung eines Priesters genau zu prüfen, ob gegen diesen etwas vorliegt.

Ich will hier Bischof Ivo auch nicht weiter kritisieren, weil ich seine sonstigen Ansichten, in diesem Interview nur unterstützen kann. Es ging ja auch in erster Linie um die Frage, wie es weiter gehen soll in der Frage der Sinnhaftigkeit der Beibehaltung des Zölibats. Dass er ziemlich unverblümt seine Meinung zum Zentralismus unter Johannes Paul II. und zum jetzigen Papst sagt, kann er wohl so erst als eremitierter Bischof.

Auf die letzte Frage, ob die Kirche eine Zukunft habe, meint Ivo Fürer:
„Wir sind in einem grossen Umbruch. Noch leben wir sehr stark von früheren Erfahrungen als Volkskirche, zu der jeder praktisch von Geburt weg angehörte. Ich denke, der Weg des Menschen wird in Zukunft ein anderer sein: Man wird nicht einfach in eine Kirche hineingeboren und kann dann noch Christ werden. Man wächst umgekehrt in den Glauben und in die Kirche hinein.“

Oder man wird, auf Verlangen der Medien, von den Kirchenoberen zur Befriedigung des sensationsgeilen Volkes aus der Kirche hinauskatapultiert...

Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü