tinjo's HOMEPAGE


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


29.Mai - Das Fleisch Gottes ist die Liebe - alles andere ist Beilage!

ZUM TAG > Das Wort zum Sonntag 2011

Das Wort zum Sonntag...

"Das Fleisch Gottes ist die Liebe, alles andere ist Beilage“


Bald einmal wird in katholischen Gegenden Fronleichnam gefeiert. Das Fest geht auf das letzte Abendmahl von Jesus zurück und heisst offiziell "Hochfest des Leibes und Blutes Christi".

Vor etlichen Jahren passiert mir an einem Spitalgottesdienst beim Austeilen der Kommunion der Lapsus, dass ich bei der ersten Darreichung der Hostie an eine Gottesdienstbesucherin die Worte sprach:
„das Fleisch Christi“ ! Zum Glück flüsterte mir diese Frau zurück „Der Leib Christi“, mit Betonung auf Leib, sodass ich mich im weiteren an die vorgeschriebenen Austeilungsformel halten konnte.

Grund dieser allzu wörtlich genommenen Erklärung des Geschehens, lag wohl am Inhalt der Predigt, in welcher es genau um diese Bedeutung des „Leibes und Blutes“ Christi ging und mir wohl in Zusammenhang mit „Blut“ die Bezeichnung „Fleisch“ näher lag, als der „Leib“! Irgendwie blieb dann eben dieser Gedanke zu intensiv hängen.

Doch dies ist eigentlich nur Einleitung zu dem, was mir heute zuvorderst steht. Und das kam auch eher zufällig, weil mir ein Interview mit dem bekannten reformierten Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti in die Hände fiel, der dieses Jahr seinen neunzigsten Geburtstag feiern konnte.

Es ging um die Frage, weshalb die reformierte Kirche kein Bekenntnis habe.
Kurt Marti hat sich nach seiner Pensionierung näher mit dieser Frage befassst und ein eigenes „aufgeklärtes Apostolikum" verfasst.
Darin wird nicht von Gott,
"dem Vater, dem Allmächtigen", gesprochen sondern von „Gott, der Liebe ist“ .Bei Jesus Christus heisst es nicht, «geboren von der Jungfrau Maria», sondern «dem Messias der Bedrängten und Unterdrückten»
Er übernimmt, was im Johannesevangelium steht, nämlich, dass Gott nicht nur Liebe „hat“ , sondern „dass er wesensmässig,seinsmässig, ontologisch Liebe ist.“!

Ich möchte heute nur gerade diesen doch so bedeutungsvollen Unterschied hervorheben zwischen einem Gott, der Liebe „hat“ und einem, der die Liebe selbst ist.
Beim Lesen dieses Interviews tauchte in meiner Erinnerung dann diese kleine „Fehlaussage“ auf, die mir damals in der Spitalkirche hinausrutschte.

So falsch ist sie eben doch nicht! Wenn Gott die Liebe selbst ist, dann ist er es mit dem was er in unserer Vorstellung als Lebewesen ist, nämlich in seinem „Fleisch und Blut“, oder etwas gehobener ausgedrückt, mit seinem ganzen „Leib und Wesen“ ! Und diese "Liebe" wirkte auf dieser Welt. Deshalb gedenken die Christen aller Glaubensrichtungen auf ihre eigene Art des Lebens und Wirkens von Jesus Christus, in dem Gott Mensch geworden ist, damit diese von dem erfahre, was Gott ist. Nämlich Liebe! !

Mir war schon als Kind nie wohl bei dem Gedanken, dass ich mir einen Gott vorstellen müsste, der irgendwie so sein sollte wie wir Menschen, aber doch wieder ganz anders, halt eben mit götlicher Vollkommenheit und mit der Macht über alles!

Ich konnte mir auch nicht vorstellen, wie denn Gott schon ewig war, also bevor es Leben, "seine Schöpfung", gab. Sich selbst konnte er ja auch nicht „erfunden und geschaffen“ haben, sonst wäre ja schon vor ihm etwas gewesen!

Als Knabe machte ich mir oft solche Überlegungen, und meine Fantasie kannte da keine Grenzen, weder im Denken an die Unendlichkeit des Kosmos noch bei dem, was ich mir unter "ewigem Leben" vorstellte.

Was mir schon damals irgendwie am ehseten einleuchtet, war das Denken, dass wenn es einen Gott wirklich gibt, dass dieser einfach ganz anders ist, als wir uns das vorstellen können und dass er etwas sein muss, nach dem wir uns alle sehnen, wenn wir überhaupt bereit sind, an etwas Höheres zu glauben!

Kindliche Glaubensvorstellungen? Ja, und ich bin dabei geblieben und fühle mich in solchem Denken in guter Gemeinschaft!

Um es nochmals zu konkretisieren, was in meinen kindlichen Vorstelungen das Höchste war:
Das, was und schon unsere Mutter singen gelehrt hat: "Gott ist die Liebe"! Ja, drum sag ich's nocheinmal:

"Gott ist die Liebe!"


Also wäre die Bezeichnung, „das Fleisch Gottes ist die Liebe, alles andere ist Beilage“ eine nicht ganz ernst zu nehmende Abwandlung eines zur Zeit aktuellen Werbespruches, wo es um „Schweizer Fleisch“ geht!

Hingegen kann ich in allem Ernst es und mit voller Überzeugung dahinterstehen, wenn von einem Gott gesprochen wird, der "die Liebe" ist, oder richtiger der "als Liebe geschieht".

  • Was könnte und sollte es denn Grösseres geben als die Liebe?


  • Wer weiss denn wirklich, was „Liebe“ ist, wer kann eine unfehlbare Defintion der Liebe erstellen? Niemand! Wirklich niemand, also auch kein Gott und kein Geist und kein „Gottessohn“!


  • Liebe kann nur erlebt werden. Was darüber berichtet wird, ist nur, was aus ihr erfahren werden konnte, aber nie die Liebe selbst!


  • Liebe geschieht und ist nicht „machbar“!


Ich wage zu denken:

Liebe hat keine eigene Existenz, sie ist ein Geschehen.

So gedacht, „gibt“ es keinen Gott, sofern er das „verkörpern“ sollte, was Liebe in ihrer höchsten Form für uns bedeutet.

  • Gott „geschieht“, und "ist", weil alles aus seiner Liebe entstanden ist.


Was kann uns denn Besseres zukommen, als „Liebe“?

  • Liebe geschieht, oder es "gibt" sie nicht..!


Habe ich damit Gott erklärt oder gar bewiesen? Nein! Liebe geschieht auch, ohne dass ich sie einem höheren Wesen zu ordne. Doch da bleibt die Frage: warum existieren wir? Ohne fürsorgerische Liebe kann kein Menschenkind überleben. Kann es denn überhaupt etwas geben, ohne dass irgend so etwas wie eine "Liebe zum Detail" dagewesen wäre, wenn man bedenkt was es alles "gibt", das uns ins Staunen versetzt in seiner Vielfalt im unendlich Grossen wie auch im unendlich Kleinen?
Ist das ganz einfach alles Zufall und somit danach auch nur sinnloser Zerfall, oder liebe ich, was ich bin und was ich sein darf, weil mich ein Staunen erfasst, wenn ich daran denke, dass es mich - dass es das alles gibt?

Was bleibt, ist die Liebe...!

...nicht zu Ende gedacht...........................................................

Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü