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27.August - ein Vergleich sei mir erlaubt...

ZUM TAG > 2010 > August 2010

Man möge es mir verzeihen, aber da kann ich wirklich nicht anders, als diesen Fall mit meinem vergleichen:

Da wird ein Offizier wegen Kinderpornos verurteilt. Einer der ausgerechnet Kriminologe studiert und Hauptmann der Schweizer Armee ist. Er habe über Jahre hinweg abscheuliche Kinderpornographie auf seinen Computer herunter geladen.

Immerhin wurde darüber gesprochen ob er dies aus wissenschaftlichen Zwecken tat, aber das Obergericht anerkannte einen solchen Grund nicht. Dem heute 39-jährige, bis anhin nicht vorbestrafte Stadtzürcher, arbeitet an der Universität Zürich in einem Forschungsbereich und studiert nebenbei Publizistik, Soziologie und Kriminologie und ist zudem Hauptmann der Schweizer Armee.

Am 19. Februar 2009 kontrollierte die Polizei die Wohnung des angehenden Kriminologen und fand
60 Gramm Marihuana sowie 36 Gramm Haschisch und eine Fülle an verbotener Pornographie der abstossenden Art.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Angeschuldigte bereits
seit Ende Dezember 2002 bis zur Razzia in seiner Wohnung regelmässig verbotene Bilddateien herunter geladen hatte. Gemäss Anklageschrift waren es vorwiegend abscheuliche Kinderpornographie, aber auch sexuellen Handlungen mit Tieren, menschlichen Ausscheidungen sowie sexuellen Gewaltdarstellungen. die Rede. Ueber 280 Dateien wurden gefunden und zudem 347 Filmdateien mit ebenfalls grösstenteils Kinderpornographie.

Er verlangte im letzten Frühling am Bezirksgericht Zürich einen Freispruch weil für ihn die Bilder einen wissenschaftlichen Wert aufweisen und er eine Lizenziats-Arbeit darüber schreiben wollte.

Doch davon konnte er die Richter nicht überzeugen. Er wurde wegen mehrfacher Pornographie sowie Drogendelikten zu einer
bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 40 Franken sowie 500 Franken Busse verurteilt.

Die sichergestellten Festplatten wurden eingezogen und der Stadtpolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. Der Angeklagte hatte vergeblich die Rückgabe der abstossenden Bilder verlangt.

Das Obergericht bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch und die bedingte Geldstrafe von 180 Tagesätzen zu 40 Franken.

Zum Vergleich:

Wegen einer Diskette von deren noch Vorhandensein ich nachweislich nicht wusste und wegen nachweislich nie angeschauten ca. 1000 zum Teil kinderpornographischen Bildern, wurde ich

  • zu einer unbedingten Busse von Fr. 600.-
  • zur Bezahlung der Untersuchungs- und Gerichtkosten von über Fr. 12'000.-
  • und zu 7 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.


Wen wundert's dass meine Wut und Abscheu vor jenem Staatsanwalt und jenem Richter, die sich in meinem "Fall" in dem unglaublichen Medienrumme
l sonnten und "ein Exempel statuieren" wollten, jedesmal wieder neu aufsteigt, wenn ich solche Vergleiche sehe
(und es gab schon einige, die meine Wut aufsteigen liessen...)


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