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25.Mai - Stellungnahme

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Dienstag, 26.Mai 2009$

Ich durfte eine Stellungnahme anbringen zum Entscheid des Presserates.

Sie können den Text auch hier lesen:

Der Presserat rechtfertigt eine Verbreitung unbewiesener Pflichtverletzungen. Meine publizistische Tätigkeit beinhaltet nicht, was der «Blick» seiner Leserschaft suggeriert. Sie besteht aus einer Medienkritik zu Berichterstattungen, in denen nicht differenziert wird zwischen der Bezeichnung «pädophil» und «pädokriminell». Er leistet damit der Diskriminierung einer ganzen Menschengruppe Vorschub. «Pädophil» bezeichnet wie «heterosexuell» oder «homosexuell» eine konstitutionelle Eigenschaft einer Menschengruppe. In jeder gibt es asoziale und kriminelle Individuen. Darf deshalb die ganze Gruppe pauschal als (potentielle) Delinquenten hingestellt und vorverurteilt werden?

Meine Beschwerde richtet sich gegen die Tatsache, dass der «Blick» mich an die Öffentlichkeit zog, weil ich mich publizistisch mit dem Thema «Pädophilie» befasse und auch über meine eigene Betroffenheit schreibe und dies zu Unrecht einer «Wahlbehörde» verschwiegen hätte. Sowohl der «Blick» wie der Presserat ignorieren meine Begründungen, weshalb ich den Weg der vorsichtigen, aber nicht unaufdeckbaren Anonymität wählte und missachten meine diesbezügliche Bitte, keine voreiligen Rückschlüsse auf meine Person zu ziehen und sich zuerst unvoreingenommen auf meiner Homepage zu informieren, was ich zum Thema «Pädophilie» schreibe und wie ich mich damit identifiziere. Sie tradieren stattdessen jene dem Volk von den Medien aufdoktrinierte Ansicht, dass jeder «Pädophile» als «potentieller Täter» zu gelten habe und es deshalb Pflicht sei, dies der Öffentlichkeit vorsorglich mitzuteilen. Weder der «Blick» noch der Presserat wollen diese Pflicht begründen, weil es sie nicht gibt. Sie berufen sich anscheinend unhinterfragt auf die letzte Instanz, die Volksmeinung, die solches (als logische Konsequenz der Falschinformationen) fordere.

Im weiteren wird mir eine nicht von mir verfasste und nie von mir als authentische Biographie autorisierte Erzählung als ein «Geständnis» ausgelegt und die eigentliche Aussage dieses Berichtes ignoriert. Auch hier werden meine Erklärungen übergangen und die Darstellungen im «Blick» unhinterfragt als eine Tatsache und ein Schuldbekenntnis hingestellt und gutgeheissen. In der Abweisung meiner Beschwerde werde ich aufgrund eines nie gegebenen «Geständnisses» und ohne gerichtliches Verfahren einer Tat schuldig gesprochen, die ich nie begangen habe. Sogar über den schlimmsten noch lebenden Holocaust-Mörder müssen die Medien als «mutmasslicher Täter» berichten, bis ihn ein Gericht beweiskräftig verurteilt hat.

Mit der Abweisung meiner Beschwerde wird der vom «Blick» initiierten Hetzjagd auf «Pädophile» - im aktuellen Fall auf mich - Vorschub geleistet und auf inakzeptable Weise gutgeheissen, dass ein bisher unbescholtener Mensch schweizweit mit falschen Beschuldigungen an den Pranger gestellt werden durfte.

Murg, 25.Mai 2009

Martin Joos


Die ganze Korrespondenz mit dem Sekretariat des Presserates hier

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