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25.Januar - Heute wäre sie 69 geworden...

ZUM TAG > 2010 > Januar 2010

Heute wäre Katarina Rutschky 69 Jahre alt geworden



"Wovor ich mich fürchte, sind die Phantasien,
mit denen uns Experten überschwemmen,
die ihren Einfluss, ihr Handwerkszeug
und ihr Wissen in den Dienst
eines Wahns stellen"

(Katharina Rutschky, "Erregte Aufklärung" Seite 53)



So >>>>>>>>>>>>>>>>>

beginnt ihr Buch "Erregte Aufklärung".









Irgendwie kommt mir da etwas bekannt vor. Hören und lesen wir solche Bemerkungen wie diese nicht fast in allen Berichten, wenn es um den sogenannten "Kindsmissbrauch geht?:




Also eine höchst aktuelle Feststellung!


Jetzt müssen wir aber nachschauen, wann Rutschky das geschrieben hat!

Die erste Auflage ihres Buches erschien 1992 (eine zweite bereits im selben Jahr) !

Wenn wir bedenken, dass Rutschky schon damals etwas zum Thema eines Buches machte, das ihr schon lange zu denken gab, ist die Frage wohl berechtigt, weshalb auch heute noch, im Jahre 2010 - also 18 Jahre später - gefordert wird, ein Tabu müsse "endlich" gebrochen werden!

Immerhin: Bei den schweizerischen Fachstellen, die sich mit "sexueller Ausbeutung" befassen, habe ich keine Bemerkungen mehr gefunden, wie: man müsse es "endlich ans Licht bringen", was so lange verschwiegen wurde. Eigentlich auch logisch, weil sie sich damit befassen! Wenn aber diese Fachleute in den Medien auftreten, sieht es wieder anders aus. Kaum eine/r unterlässt dann die Bemerkung, es müsse "endlich etwas geschehen" zum Schutze der Kinder!

Aktuell steht zwar anderes im Vordergrund:

Jugendliche begehen immer mehr Sexualstraftaten



Dazu sagt Opferberaterin Regula Schwager:

«Ich wünsche mir eine Sensibilisierung. Wir müssen wieder mehr hinschauen.»


Ein weiteres neues Phänomen:


Polizisten kämpfen auf Facebook für die Pädophilenjagd



Mark Saxer, Ko-Leiter des Schweizer Polizei-Informatik-Kongresses (SPIK) bekämpft in seiner Facebook-Gruppe «Ja zum effizienten Kinderschutz im Chat» gegen die neue, einheitliche Schweizer Strafprozessordnung, die im Januar 2011 in Kraft treten soll:

"Heute dürfen Polizisten in Chats mit entsprechenden Genehmigungen verdeckt nach Pädophilen ermitteln und sich als Minderjährige ausgeben. Die neue Strafprozessordnung sehe solche Recherchen nicht mehr vor, sagt Saxer: «Präventives Pädophilensuchen ist dann im Chat verboten.»"

Hier fordert die CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer gegenüber Tagesanzeiger, dass

" auch bei einem schweren Verdacht verdeckte Ermittlungen in Chats möglich sind – «und nicht erst dann, wenn etwas passiert ist.» In diesen virtuellen Räumen müsse die Polizei schnell handeln und in der Lage sein, sich anonym einzuloggen. «Das Ganze spielt sich nicht nur im virtuellen Raum ab. Bringen die Pädophilen die Minderjährigen erst einmal zu einem Treffen, kann es zu realen Übergriffen kommen.» "


In den Medien - oft auch in der Strafverfolgung - herrscht weitgehend noch die Stimmung, wie sie von Rutschky beschrieben wurde. Zurückzuführen ist dies auf die geringe Bereitschaft von Experten und Medienleuten, sich mit dem Thema wirklich auseinanderzusetzen und der bequemen, aber auch Beachtung erzeugenden Kriminalisierung von allem, was unter dem Vorzeichen "Pädophilie" und "kindesmissbrauch" daher kommt.

Katharina Rutschkys Bücher hier weiter zu kommentieren, steht mir nicht zu. Es fehlt mir Zeit, aber auch Motivation, mich mit der von ihr aufgedeckten, verdächtigen Frauenemanzipation zu befassen. Ihren Argumenten gegen den "Missbrauch mit dem Missbrauch" kann ich beistimmen und bin damit glücklicherweise nicht allein!

Es darf nicht übersehen werden, dass Katharina Rutschky sich vehement gegen jegliche Art von Gewalt an Kindern eingesetzt hat. Ihre Streitschriften und Vorträge bedeuten keine Verharmlosung von effektiven Tat-Sachen. Sie wehrt sich aber gegen die (immer noch) vorherrschende Dämonisierung und Hysterie und deren kontraproduktiven Auswirkungen.

Sie hat sicher einiges in Bewegung gebracht und zu positiven Veränderungen beigetragen. Wer sich schon damals über ihre Ansichten und Aussagen geärgert und wer sich gegen ihre Auftritte gewehrt hat, wird ihren provokativen und unbequemen Ansichten auch posthum kaum zustimmen . Man wird auch weiterhin nicht gewillt sein zu differenzieren und Fakten so zu nehmen, wie sie sind. Das würde Bereitschaft zu unvoreingenommener Sichtweise erfordern, was leider auch heute noch Seltenheitswert hat, wenn es um dieses Thema geht.


"von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, ist auch die wissenschaftliche Literatur, sind Forscher und Experten nicht schlauer als die Journalisten,
sondern Träger derselben Vorurteile."

(Katharina Rutschky, "Erregte Aufklärung" Seite 114)


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