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24.April -«Es gibt kein Leben ohne Sex»

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«Es gibt kein Leben ohne Sex»

meint ein Psychoanalytiker in einem Interview im heutigen



und im Zusammenhang mit der Frage von Miklós Gimes:

"Herr Acklin, was ist Pädophilie?"


Etwas gar provokativ, vielleicht, wie hier u.a. Acklins Aussagen kommentiert werden:

"Bereits der erste Satz von Herrn Acklins langen Ausführungen müsste aufgeschlossene Leserinnen und Leser stutzig machen: Kann man denn so pauschal eine “kleine Gruppe der Bevölkerung” definieren? Besser wäre, nach dieser Aussage gar nicht mehr weiter zu lesen, um sich weiteren Ärger über so viel Arroganz und längst überholte Ansichten zu ersparen. Auf die Frage, wie man mit Pädophilen umgehen soll, gibt Acklin eine Antwort, die alle Grenzen von Seriosität und Anstand sprengt. Ich stehe dazu, dass ich pädophile Neigungen habe, aber das ist nicht mit “Geilheit” gleichzusetzen. Ich begegne Kindern mindestens so gewissenhaft wie jeder verantwortungsbewusste erwachsene Mensch, und ich bin weder infantil geblieben, noch bin ich eine Gefahr für Kinder. Ich lasse mich von einem sogenannten Fachmann einfach nicht so beleidigen. Es ist eine unglaubliche Frechheit, was sich Acklin – und damit auch die Redaktion – mit diesem Artikel erlaubt."

So kann nur jemand reagieren, der sich zutiefst betroffen fühlt. Genau so fühle ich mich und könnte mich dem aktuellen Slogan der 1.Mai Kundgebung anschliessen:


"Verlieren wir die Beherrschung!

Man kann es als ein "Recht der Sprache" bezeichnen, dass wir in ihr manchmal die Beherrschung verlieren dürfen, ohne gleich dafür vom Leben oder von der Justiz bestraft zu werden. (Ein Freiheit, die bei Bildern nicht mehr besteht...) Im persönlichen Verhalten jedoch wird von uns erwartet, dass wir uns beherrschen können, auch wenn es uns ankommt, die Regeln des "normalen" Umgangs zu ignorieren.

Wenn sich die "Sozis" am 1. Mai gegen die Abzockerei der Banken beschweren und sich als die "Kleinen, auf denen man herumreitet" hilflos vorkommen, kann ich dies verstehen und mich mit ihren Gefühlen der Macht- und Hilflosigkeit identifizieren. Da braucht es vielleicht einmal überlaute Worte, mit denen man sich Gehör verschaffen will, auch wenn nicht gleich alles in die Tat umgesetzt werden muss.

Zurück zu Herrn Acklin und seiner Definition von "Pädophilie":

  • Pädophile sind Menschen, die psychosexuell infantil geblieben sind.


  • Sie vermeiden die Auseinandersetzung mit erwachsenen Partnern und sind auf Kinder vor der sexuellen Reifung fixiert.


  • Sie sind nicht schuld an ihrer Situation. Andrerseits müssen potentielle Opfer vor ihnen geschützt werden.


  • Pädophile sehen häufig nicht ein, dass sie Kinder verletzen.


  • Sie reden von pädagogischer Hinwendung, sie behaupten, dass Kinder Sex wollen, und sie merken nicht, dass die kindliche Sexualität, das kindliche Zärtlichkeitsbedürfnis völlig etwas anderes ist.


Gut, rein "psychosexuell" mag das vielleicht bei einem Teil pädophil empfindender Menschen zutreffen, wenn man unter "infantil" versteht, wie Kinder sich in jenem Bereich verhalten, den wir Erwachsene als "sexuell" bezeichnen. Das hat dann noch nichts mit der Doppeldeutigkeit von "Sexualität" zu tun, das sowohl ein Ausdruck für Fortpflanzung wie auch der (ungehemmten) Lust sein kann. "Infantil" wäre dann ein Ausdruck für "unschuldige" Entdeckungslust und Freude am eigenen Körper und an jenem, nach dem man Lust hat, ihn zu ertasten und zu erfühlen. "Lust" ist eine lebensnotwendige Eigenschaft und wohl der wichtigste Urtrieb jedes fühlenden Lebewesens. Ein Lebewesen, das keine Lust mehr hat, sich Nahrung zu suchen, ist dem Verderben ausgesetzt.

Der deutsche Soziologe Rüdiger Lautmann wurde wegen seinem Buch "Die Lust am Kind" von verblendeten Kinderschützer/innen heftigst attackiert. Grund dafür war wohl die unbewusste Erwachsenenvorstellung, dass "Lust" untrennbar mit Sexualität verbunden sei. Da streiten sich die Experten ja immer noch, ob Kinder bereits "sexuelle Empfindungen" haben können, die "schuldhafter" sein können als die reine Entdeckungslust!

Wenn selbst ein einigermassen renommierter Psychoanalytiker unter "Infantil" das Verhalten eines Erwachsenen versteht, welcher die Auseinandersetzung mit erwachsenen Partnern scheut, scheint mir allerdings eigenartig, wenn derselbe Fachmann von jener Minderheit, die
"psychosexuell infantil" geblieben sei, aussagt, sie würden den Kindern die "erwachsene Geilheit" überstülpen!

Nach "Wikipedia" lässt sich "infantil" nicht mit der Eigenschaft von "Pädophilie" verbinden:
"Infantilismus darf nicht mit Pädophilie verwechselt werden. Der Pädophile ist ein Erwachsener, der sich zu Kindern hingezogen fühlt; die zum Infantilismus neigende Person ist (in der eigenen Wahrnehmung bzw. im Selbstbild) das Kind. Infantile wählen deshalb häufig (deutlich) ältere Partner, damit die Altersdifferenz spürbar ist. "

Generell wird unter "Infantilismus" nach Wikipedia ein " Zustand des Zurückbleibens auf der Stufe eines Kindes" verstanden "und kann sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Entwicklung beziehen."

Noch krasser negativ definiert ein Institut für Psychotherapie und Psychosomatik dieses Wort:
"Infantilität steht für kindisches, unreifes Benehmen"

Kein Wunder also, wenn auch mir solche Bezeichnungen sauer aufstossen!

Wie kann ein Herr Acklin behaupten, dass die pädagogische Hinwendung eines "Pädophilen" immer unter dem Deckmantel geschehe, dass Kinder eigentlich den Sex wollen, den die "Pädophilen" sich wünschen?

Wie kann er behaupten, dass kein "Pädophiler" merkt, dass die
"kindliche Sexualität, das kindliche Zärtlichkeitsbedürfnis völlig etwas anderes ist"?

  • "Wir reden hier vielleicht von einer kleinen Gruppe der erwachsenen Bevölkerung. "


Fast sieht es so aus, als hätte Acklin selbst bemerkt, dass er da etwas daneben gegriffen hat. Was mag er wohl mit obiger Aussage gemeint haben?

  • Dass seine Aussagen auf eine Minderheit in der Gruppe der "Pädophilen" zutrifft, oder dass er wirklich alle "Pädophilen" als eine Minderheit der erwachsenen Bevölkerung damit meint? Halten wir ihm das Erste zugute!


Doch lesen Sie selbst und beachten Sie auch, wie wenig Kommentare es dazu gab!






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