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23.Juli - Leserbrief im "Sarganserländer"

ZUM TAG > 2009 > Juli 2009

Ein
Leserbrief im

hat meine Aufmerksamkeit geweckt.

Er bezieht sich auf eine kleine Geschichte aus früheren Zeiten, die in dieser Zeitung am 15.Julli erschien.
Über die Geschichte selbst möchte ich mich nicht äussern, aber der Leserbrief gab mir doch recht zu denken, sodass ich mich gestern Abend hinsetzte und eine Antwort darauf verfasste:

Zum Leserbrief von Werner Hagmann: „Sauberer Pfarrer“ im Sarganserländer, 22.Juli 2009,. Seite 5

Nein, es war wirklich nicht schwer herauszufinden, wer in dieser Erzählung aus alten Zeiten gemeint war. Zu den Vorwürfen und Ansichten dieses Herrn will ich mich nicht weiter äussern. Ich meine, er hat sich genügend selbst disqualifiziert. Man erlaube mir aber bei der Redaktion des „Sarganserländer“, dass ich mir darüber Gedanken mache, weshalb sie einen solchen Leserbrief veröffentlichen lässt. Soll man einen seit Jahren Verstorbenen von Neuem verunglimpfen lassen und ihm noch posthum Vergehen anlasten, die nie nachgewiesen werden konnten? Was wirklich geschehen war, hat Pfarrer Pius nach einer unsäglichen Hetzjagd auf ihn, selbst ausgesagt. Er hat sicher schwer gelitten unter dem, was er in seinem Leben falsch gemacht hat. Hätte er schwere Schuld auf sich geladen, wären auch Opfer da.. Pfarrer Pius ist mit 83 gestorben, also hätten von ihm Geschädigte über sechzig Jahre Zeit gehabt, sich zu melden. Soll ein Mensch, der – und das ist nachweisbar – so viel Gutes getan hat, in hassenswerter Gestalt unsterblich bleiben?
Damit wäre gesagt, was ich zu diesem Leserbrief bemerken wollte.

Im Unterschied zu der fraglichen kleinen Erzählung, werden Leserbriefe nur in begründeten Ausnahmefällen anonym veröffentlicht. So werde ich unten meinen Namen angeben müssen und habe auch keine Mühe damit.
Wenn es nach Herrn Hagmann. ginge, würde er wohl protestieren, dass ich mich in der Öffentlichkeit überhaupt noch bemerkbar mache. Somit komme nicht umhin, selber eine noch nicht so alte Geschichte in Erinnerung zu rufen. Auch ich wurde vor bald einem Jahr von einem ehemaligen Kriminalbeamten und selbsternannten Weltverbesserer, der seinen Lebensabend nicht weit von besagtem Skandalort geniesst, des Kindsmissbrauchs beschuldigt. Ihn störte - obwohl selbst der Kirche fern stehend – mein Engagement als Kirchenverwaltungsrat bei der katholischen Kirchgemeinde in Murg. Wäre der mir von ihm vorgeworfene Fall nicht verjährt, hätte sich das Gericht darum bemühen und mich auf Staatskosten von Schuld und Schande frei sprechen müssen. Ich hätte allenfalls – auch auf Staatskosten – sogar noch eine Entschädigung erhalten für den materiellen Schaden, da ich durch diese Rufschädigung einen Grossteil meiner Kunden verlor. Was dieser feige Heckenschuss bei mir und bei der Kirchgemeinde sonst noch für schlimme Auswirkungen ausgelöst hat, kann weder mit Geld noch mit Rachegelüsten wieder gut gemacht werden. So gesehen, hätte ich mir eine gerichtliche Abklärung gewünscht. Es wäre einfacher gewesen, meine Unschuld wirklich beweisen zu können und die Kirchenleitung in St. Gallen hätte meinen Rücktritt nicht erzwingen können. Allerdings hätte sich auch bei den jetzt geltenden Bestimmungen nichts geändert. Dem Stimmvolk hätte dazu die schärfere Bestimmung vorgelegt werden müssen mit der das neue Gesetz auch rückwirkend angewendet werden könnte.
Kleine Zwischenbemerkung: Bei dem nun geltenden Gesetz möchte ich weder Pfarrer, noch Lehrer, noch Sporttrainer sein, noch sonst eine erzieherische Aufgabe mit Kindern haben. Alle leben nun unter dem Damoklesschwert, bis an ihr Lebensende nicht vor (ungerechtfertigter) Beschuldigung sicher zu sein. Wer weiss denn, ob nicht irgendwann irgend ein ehemaliger Schützling auf die raffinierte Idee kommt, sich in einer persönlichen Krise, oder gar aus der Absicht, sich auf einfache Art Geld zu verschaffen, mit einem lange zurückliegenden Missbrauchsvorwurf gegen einen missliebigen ehemaligen Erzieher wichtig zu machen? Weil es sich um ein Offizialdelikt handelt, müsste konsequenterweise jeder diesbezüglich Vorwurf von der Staatsanwaltschaft ernst genommen und ihm nachgegangen werden. Auf Staatskosten natürlich und mit allfälligen Entschädigungen, falls nichts nachgewiesen werden kann. Doch jeder einmal Angeschuldigte wird einen einmal erhobenen Verdacht wegen Kindsmissbrauch nicht mehr los, wenn es um (hysterisch „gepflegten“) Kinderschutz geht! Aber dies sind ungute Vorausahnungen, die vielleicht einmal bei der Sensationspresse für Umsatz sorgen werden..

Was mich selbst betrifft, kann ich bei dieser Gelegenheit mitteilen, dass die Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen mich eingestellt hat. Die von den Medien gegen mich erhobenen Anschuldigungen sind somit vom Tisch. Man kann dies auf meiner Homepage nachlesen. (www.tinjo.ch) Nicht rückgängig zu machen ist jedoch der mir entstandene existenzielle und materielle Schaden. Aber auch meine Kolleginnen und Kollegen im Kirchenverwaltungsrat und der Pfarrer hatten einiges darunter zu leiden. Der Ruf der Kirchenleitung und der Kirchgemeinde, ja der ganzen Gegend, geriet ins Zwielicht. (Die Internetsuchmaschinen sind noch immer nicht frei von Hinweisen auf diesen „Sturm im Wasserglas“!)
Dass für mich die Angelegenheit doch noch nicht erledigt ist, hängt mit den staatsanwaltlich verordneten Untersuchungsmassnahmen zusammen und hat mit den eigentlichen Vorwürfen nur indirekt zu tun. Wer einmal in Zusammenhang mit Kindsmissbrauch und harter Pornographie in Verruf kommt, kann sich auch mit dem besten Gewissen nicht so schnell wieder rehabilitiert fühlen. Wer einen solchen Einbruch in das Intimste, das ein Mensch besitzt, über sich ergehen lassen muss, (was ist eine Hausdurchsuchung anderes?) erträgt dies kaum ohne traumatische Auswirkungen auf sein eigenes Lebensbild. Wer wirklich etwas verbrochen hat und mit der Aufdeckung rechnen musste, ist da ironischerweise besser dran!
Vielleicht verstehen Sie, dass ich diesen Leserbrief nicht unbeachtet lassen konnte. Herr Hagmann wird leider kaum allein bleiben mit seiner Auffassung. Ich kann dazu aber nicht einfach schweigen und hoffe, dass wenigstens jene, die sich nach der damaligen Kampagne von mir abgewendet haben - sei es aus Abscheu oder auch nur aus Unsicherheit - sich Gedanken machen zu der Mentalität eines Herrn Hagmann und zu dem, was ich in Zukunft zu erwarten hätte, wenn dessen Handlungsweise Schule machte. (Die Veröffentlichung eines Leserbriefes gegen jemanden, der sich nicht mehr wehren kann, ist ja nur ein Beispiel von jener Mentalität, die auf diesem Gebiet in den Medien herrscht.) Ich bin zuversichtlich und glaube stattdessen auch weiterhin an das Gute, das jeder Mensch in sich trägt und halte mich an jene, die davon Gebrauch machen.

Martin Joos, 8877 Murg


Die darin erwähnte Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft finden Sie hier.

Warten wir ab, was weiter geschieht. Wird die Hetze gegen "Pädophile" weitergehen? Ich kann nur meinen letzten Satz wiederholen:

Ich bin zuversichtlich und glaube stattdessen auch weiterhin an das Gute, das jeder Mensch in sich trägt und halte mich an jene, die davon Gebrauch machen.





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