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23. August - Frauen sind ja eh nichts wert...

ZUM TAG > 2011 > August 2011

Da fährt ein Kosovare, der sich in der Schweiz mit Frau und Kind nieder gelassen hat, gemütlich in seine alte Heimat mit Fürsorgegeld aus der Schweiz und besorgt sich dort eine Waffe.
Weil ihm der Kontakt zu seiner Frau in der Schweiz polizeilich verboten wurde, schickte er aus dem Ausland seiner Frau und den Kindern Nachrichten mit Drohungen.
"Bei seiner Rückkehr in die Schweiz wurde der 59-Jährige am 9. August 2011 polizeilich vorgeladen und erschien freiwillig zu der Einvernehmung, in der man ihn mithilfe eines Dolmetschers zu seinen Drohungen befragte." ( )

Wie rücksichtsvoll dieser Mensch doch war gegenüber den Schweizer Behörden:

Er erschien freiwillig zu einer Einvernehmung!

Haben die Kinder und seine Frau übertrieben? Die Drohungen waren doch nicht so ernst gemeint! Also kein Grund einen so auskunftsbereiten und zu Unrecht beleidigten Ehemann mal ein bisschen in Aufsicht zu behalten und ihm eine Kurztherapie zu verordnen. Genug der Strafe, ihn in seiner Rayon-Freiheit einzuschränken!

«Rayon- und Kontaktverbote sind sinnvoll, weil sie einen nötigen Abstand zwischen Opfer und Täter bringen und sofort angewendet werden können», sagt die Leiterin des Frauenhauses Zürich.

«Einen 100-prozentige Schutz gibt es nicht», sagt Heinz Mora, der bei der Kantonspolizei für Delikte häuslicher Gewalt zuständig ist.
"Völlig sicher könne eine Person nur dann sein, wenn der gefährliche Partner im Gefängnis sitze. Dies könne aber nur bei einer ganz klaren Bedrohungslage herbeigeführt werden. Allerdings muss dies durch eindeutige Belege bewiesen werden. Wenn also – wie dies laut Medienberichten im Pfäffiker Fall geschehen ist – SMS mit Morddrohungen verschickt wurden, kann die Staatsanwaltschaft eingreifen. Laut Strafgesetzbuch kann, «wer jemanden durch schwere Drohungen in Schrecken oder Angst versetzt» mit Freiheitsentzug bis zu drei Jahre bestraft werden."

Warum also konnte diese Tat geschehen?
Was braucht es denn noch an Beweisen für die Gefährlichkeit eines Menschen?
Sind Frauen weniger wert als der Respekt vor renitenen Ausländern?

Ein Leser schreibt zu diesem Bericht in der NZZ:
„Jemand vorsorglich einsperren (Vermutlich würde die Tat einfach später verübt werden) ist nicht oder nur sehr beschränkt möglich - der Aufschrei der Menschenrechtler wäre gewaltig und die Medien würden dies als Behördliche willkür taxieren. Die Massnahmen die Ausgesprochen werden können sind in solchen Fällen sehr beschränkt und schwierig um- und durchzusetzen. Wir wollen eine liberale, humanistische und tolerante Gesellschaft sein und das hat leider seinen Preis die andere mit dem Leben bezahlen müssen.“
(Übrigens bezeichnend: Es gab zu diesem Artikel nur zwei Leser-Reaktionen. Bei Berichten über "Kindmissbrauch" sind es oft dutzende...!)
Eine „liberale, humanistische und tolerante Gesellschaft“ wollen wir sein und nehmen als solche Risiken in Kauf, die auch einmal tödlich enden können.
Ich kann nicht beurteilen, wie viele Mitmenschen derselben Ansicht sind und wie dieser Leser achselzuckend Opfer in Kauf nehmen für höhere Ziele.

Gerne wüsste ich von diesem, was er geschrieben hätte, wenn dieser Kosovare ein Kind „missbraucht“ hätte (nicht getötet, „nur“ seine eigenen sexuellen Gelüste befriedigt!)

Ich bin fast sicher, dass derselbe Mensch – und mit ihm wohl ziemlich viele - protestiert hätten gegen die Sorglosigkeit der Behörden und es nicht verstehen würden dass ein Mensch, dem man solches zutraut, nicht längst verwahrt ist.

Woher ich meine "fast"- Sicherheit nehme?

  • Angenommen, dieser Kosovare hätte noch unmündige Kinder und man hätte den Verdacht gehabt, dass er diese „missbrauchen“ könnte, hätte man garantiert anders gehandelt.


Man mag es vielleicht schon nicht mehr lesen, aber :

  • ich kann nicht anders, als bei allen schlimmen Vorfällen, bei denen amtliches Handeln – oder eben Nichthandeln – infrage steht, an den „Fall Beat Meier“ zu erinnern. Ein Fall von vielen, wo Menschen damit rechnen müssen, ihr Leben lang verwahrt zu bleiben, nur weil hohe Sicherheitsbeamte in perversen Gedankengängen damit vermeidbare Risiken konstruieren, welche diesen Menschen zugemutet werden, obwohl gemäss aktuellen - von den genannten Beamten ignorierten - psychiatrischen Gutachten von diesen Verwahrten keine Gefahr mehr ausgeht.


Wer gestern den „Club“ in SF1 gesehen hat und beeindruckt war von den Worten von Andreas Brunner, leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich, hat wohl nicht gemerkt, was für ein Menschenbild hinter solchen Worten verborgen ist.
Ich kann dazu nur schweigen, aber alle, die solchen Menschen Glauben schenken, zu eigenem Denken auffordern...

(Kleines Detail aus der Sendung: Staatsanwalt Brunner korrigiert den Vorwurf, der Mörder hätte schon im Juni seine Frau mit einer Schere schwer verletzt. Es sei keine schwere Verletzung gewesen, also kein Grund für andere als die getroffenen Massnahmen. Ihm wird heftig widersprochen: es sei eine tiefe Wunde entstanden, also eine schwerwiegende Körperverletzung. Kein Grund für Brunner, nicht weiter die rechtliche Praxis und die schwierige Situation, in der sich die Verantwortlichen befinden, wortgewaltig zu verteidigen.
Es ist derselbe Staatsanwalt, der Beat Meier nach seinem Prozess ins Gesicht gesagt hat, er werde persönlich dafür sorgen, dass er nie mehr frei käme.
Hass ist keine Lösung für Probleme, aber Warnung zur Vorsicht vor machtbesessenen Menschen und ein Appell sei erlaubt, zuerst einmal auf den eigenen, gesunden Menschenverstand zu achten, bevor andere Ansichten einfach übernommen werden. So lassen sich neue, vielleicht noch schwerere Problembildungen vermeiden.
Hier [zwischen Klammern] warne ich nicht vor potentiellen Mördern oder Kinderschändern, aber vor selbstherrlichen Ansichten von Entscheidungsträgern, die es in Kauf nehmen, ihres Machtdünkels wegen, ihm ausgelieferten Menschen ohne vertretbare Gründe durch Einschliessen langsam das Leben zu nehmen...)

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