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22.Oktober - Ein Leben als Sauhund

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EIN LEBEN ALS SAUHUND


"Er leidet daran, dass er seine Sexualität nie mehr ausleben kann. Er wünscht sich, dass er als Pädophiler von der Gesellschaft akzeptiert wird. Und er meint, dass die Verantwortung nicht bei den Pädophilen allein zu suchen ist. Mit diesen Antworten hat Herr G. im Interview mit 20 Minuten Online um Anerkennung gekämpft. "

Wenn Stefan Braunisch die Aussagen von Herrn G. kritisch analysiert und von diesem verlangt, «dass er voll und ganz die Verantwortung für sich selber übernimmt» und sich nicht selbst bemitleidet, so mag er damit Recht haben.
Dasselbe sollte aber auch für die Eltern von Kindern gelten, die
„voll und ganz“ Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen hätten.
Eigenartig finde ich Braunisch's Ansicht über G.s Aussage, er leide am Lolita-Syndrom. Dies wirke für ihn wie eine Entschuldigung. Auch wenn dieser Begriff keine Diagnose ist, so bezeichnet er doch recht genau, an was G. „leidet“. Er bezeichnet es ja selber als ein Leiden, also etwas Krankhaftes, Unerwünschtes.
Wenn Braunisch es fertig bringt, einem Menschen mit „Loilta-Syndrom“ eine bessere Alternative zu bieten, als dass sich der Klient in seiner Phantasie mit einer „Lolita“ abgibt und dadurch zur Selbstbefriedigung kommt, hat er sicher Ausserordentliches erreicht.
„Eine Aufgabe im Therapieprozess ist, dass solche Menschen beginnen, nach legalen Alternativen zu suchen.“
Ich finde es schon sehr bedenklich, wenn Menschen andere Menschen vorschreiben oder gar verbieten, was sie sich in der Fantasie vorstellen. Es sind dieselben Fachleute, die einerseits Pädophilie als eine an sich unheilbare „Krankheit“ hinstellen und anderseits verlangen, dass diese sich sogar in ihrer Fantasie nur noch „ legal“ verhalten sollten! Hat Braunisch noch nie jemandem in seinen Gedanken etwas Schlechtes gewünscht oder hat er sich noch nie in seinen gedanklichen Lustgefühlen „vergriffen“, was ihm in der Realität Schwierigkeiten gebracht hätte?
Komische Aussage:
„Sexuelle (illegale) Neigungen virtuell auszuleben, ist problematisch. So werden Vermeidungsstrategien und Muster zementiert.“
Einerseits also sind virtuell ausgelebte Neigungen nicht erwünscht, anderseits wird immer wieder von nicht veränderbarer sexueller Präferenz gesprochen. Er sagt es selbst „ Die Neigung selbst kann man bei einem echten Pädophilen nicht therapieren.“ Wäre dem so, (es ist so!), müsste doch alles daran gesetzt werden, dass sich unerfüllbare reelle Wünsche, zur Verhinderung von Straftaten, wenigstens virtuell ausleben lassen.
Eine Therapie könnte dann zum Beispiel bei einem „Lolita“-Verehrer so aussehen, dass er nicht mehr Bilder mit fotografierter sexueller Kinderschändung betrachte, sondern einfach mehr oder weniger nackte junge Körper von nackten jungen Mädchen. Seine Aufgabe wäre dann, sich in seiner Fantasie das vorzustellen, was ihn zur Befriedigung seiner Lust bringt und ihn von realen (Un-)Taten abhält.
Wäre es wirklich so einfach möglich,
„sich zu verändern und eine Sexualität zu finden, die nicht ständig mit Stress belegt ist, weil sie eine Straftat darstellt“, dann sähe doch die Realität heute ganz anders aus und „Pädophilie“ wäre nicht eines der beliebtesten Skandal-Thematas!
Er sagt dies ja im Interview gleich anschliessend:
Auf die Frage ob
„Pädophile durch die aktuelle gesetzliche Situation tatsächlich ungerechtfertigterweise kriminalisiert“ werden, meint er :
„Nein. Das Strafgesetzbuch kriminalisiert nur die, die sich kriminell verhalten. Eventuell ist das ein weiterer Versuch, sich der Verantwortung zu entledigen.“
Damit übernimmt er – unter Ausschaltung eigenen Nachdenkens – die gesellschaftstaugliche und juristische Denkweise, obwohl er leicht feststellen könnte, dass bei jedem „Pädophilen“ etwas zu finden ist, das strafbar ist und fremdbestimmt wird, was er sich auch nur beim Betrachten von etwas vorstellen könnte, auch wenn dies bei „Normalen“ gar nicht beachtet würde! Bei einem „Pädophilen“ sind bereits Nacktfotos ohne Darstellung sexueller Aktivitäten strafbar, auch wenn das gesetzlich nicht so ist und auch immer wieder verneint wird, dass solches Material beschlagnahmt würde. Jeder, der einmal eine Hausdurchsuchung erlebt hat, weiss, dass hier Theorie und Praxis nicht übereinstimmt.

Wenn er behauptet, Pädophile könnten sich deshalb nicht outen, weil die Gesellschaft dazu nicht bereit sei, beisst sich die Katze - genannt wissenschaftliche Entwicklung - in den Schwanz. Ja, - wer anders als die sogenannten Experten, die sich mit der Problematik „Pädophilie“ befassen und nicht selbst betroffen sind, könnte dann den ersten Anstoss zum Umdenken machen?

Er findet es sinnvoller
„ angeleitete Selbsthilfegruppen“ zu bilden. Da stimme ich ihm zu. Eine Selbsthilfegruppe funktioniert aber nur dann, wenn wirklich Selbstbetroffene anderen Selbstbetroffenen zu helfen versuchen. Die „Anleitung“ in der Gruppe darf nur die Funktion haben, eine solche Gruppe zum Laufen zu bringen oder an solchem zu halten. Doch da wird auch ein Herr Braunisch eine andere Ansicht vertreten (müssen!) und bei der Bildung solchen Gruppen zur Bedingung stellen, dass ein „Experte“ dabei sein muss, der zum richtigen Denken (also gesetzeskonformem Umdenken!) anleiten soll.

Das aber wäre Aufgabe, eines von ihm auch gewünschten, grösseren Therapieangebot. Ein solches sei aber nur über ein politisches Umdenken möglich, indem gefordert wird, dass
„die Zahl der sexuellen Gewaltstraftaten gegen die körperliche Integrität von Kindern klar zu reduzieren“ sei. Auch das würde ich voll unterstützen, aber nicht unter dem Vorhaben, die „Pädophilen“ noch stärker pauschal zu kriminalisieren, sondern diejenigen auf allfällige Gefahren zu sensibilisieren, die Verantwortung für Kinder tragen. Damit meine ich auch Pädophile allgemein, aber insbesondere solche, die mit Kindern arbeiten (und ihnen dies nicht generell zu verbieten!) Und das geht nur, wenn sie sich nicht hinter einer Fassade verstecken müssen, die bei der ersten Versuchung zusammenbricht! .

Interessant sind Braunischs letzte Aussagen:
Polizeiarbeit kommt bei ihm noch vor den Eltern,
„ die das Ziel verfolgen, ihre Kinder zu kompetenten und gesunden Menschen zu erziehen“!

„Gut ausgebaute Strukturen, was die Prävention anbelangt.“

Würde er es zulassen, dass „Pädophile“ eine eigene Präventionsstruktur in Form einer selbstverwalteten Selbsthilfegruppe aufbauten? Das wäre die effizienteste Prävention auf der „Täter“-Ebene! Tatsache ist, dass solche Gruppen zwar einmal existierten, aber alle durch polizeiliche Interventionen geschlossen werden mussten.
Seine letzte Aussage verstehe ich nicht:
„Auf keinen Fall aber Kurse für Kinder, in denen sie lernen sollen, was richtige und falsche Berührungen sind.“

Meint er damit, dass Kinder gar nicht lernfähig sind, zwischen
„richtigen und falschen Berührungen“ unterscheiden zu können, oder dürfen sie nach ihm nur lernen „nein“ zu sagen?

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