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22. Mai - Experten, die keine sind...

ZUM TAG > Das Wort zum Sonntag 2011


berichtet heute von einem Priestertreffen in Einsiedeln, zu dem Bischof Huonder ein Mitglied von Opus Dei als Referenten eingeladen hat.
"Das Bistum Chur habe Bonelli als Referenten eingeladen, «weil er eine moderne Psychotherapie vertritt, die nicht auf Defizite oder kurzfristige Bedürfnisse fokussiert, sondern auf langfristig Bewährtes."
Bonelli verteidigt den Zwangszölibat. "
Die Sexualität sei «kein obligatorisch auszulebender Trieb». Die psychologische Forschung zeige, «dass langfristig gesehen die oft kritisierte Sexualmoral der Kirche dem Menschen entspreche». Leider müsse der katholische Priester mit dem «Vorurteil» leben, er unterdrücke einen natürlichen Trieb und sei gewissermassen wie ein lebender Dampfkochtopf ohne Ventil."

Ohne mehr über seine Aussagen zu wissen, stimmt für mich schon rein technisch etwas nicht: Zu Ende gedacht, widerspricht sich Bonelli selbst: Wenn die Sexualität ein Trieb ist, der unterdrückt werden kann, ohne dass es unabdingbar zur Katastrophe kommt, müsste kein Priester unter einem "Vorurteil" leben, sondern wäre der lebende Beweis, dass es "Dampfkochtöpfe", oder eben Menschen mit Sexualtrieb gibt, die auch ohne Ventil nicht explodieren! ...

Nicht auf Triebe, welche Druck machen, kommt es an, sondern auf den "Behälter", in dem sie stecken! Das ist es, womit die Kirche und ihre beigezogenen Experten nicht zu Range kommen!

Würden sie das Problem wirklich dort anpacken, wo es schon so lange gärt, müsste sie doch merken, dass nicht der "sexuelle Trieb" das Problem ist, sondern wie sie mit
Menschen umgehen, die damit Probleme haben!

Dann müsste auch der "pädophile Sexualtrieb" nicht ausgeschlossen, bzw. unter dem Deckel gehalten werden!

  • Erst wenn das einmal ehrlich auf den Tisch kommt und sich darüber wertungsfrei sprechen lässt, wird die Kirche den Tisch einigermassen rein bekommen.
  • Erst wenn auch die scheinbar nie von pädophilen Regungen heimgesuchten Experten endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich auch mit solchen gewissenhaft und gewaltfrei leben lässt, (dazu gibt es genügend seriöse Fachberichte), wird vielleicht sogar unsere Gesellschaft nicht mehr so hysterisch auf das Thema "Pädophilie" reagieren.
  • Erst, wenn gesellschaftlich anerkannt wird, dass sich mit jedem sexuellen Trieb (also auch mit dem pädosexuellen) verantwortungsvoll leben lässt, kann darüber auch offen und vorurteilslos gesprochen werden!


Wenn Bonelli schon das Beispiel mit dem Damptopf heranzieht, müsste er aufzeigen, dass ein Zolibatärer den "Dampf" von aufgestauter Sexualität anders ablassen kann als durch deren direkte Auslebung. Dieser hat ja vielleicht viel sensiblere "Ventile", die schon sehr viel früher reagieren und auf ganz andere Weise Druck ablassen, als dies bei nicht enthaltsam lebenden Menschen geschieht.
Sofern Bonelli jedoch beweisen wollte, dass ein Zölibatärer seinen Trieb unterdrücken kann und er darin die Lösung des Problems für diesen und die Kirche sieht, ja dann heizt er wirklich an einem Dampfkochtopf, der gezwungenermassen irgendwann explodieren muss! Je früher dies geschieht, desto besser für die Kirche!

Der emeritierte Professor für Klinische Psychologie an der Universität Basel, Psychotherapeut Udo Rauchfleisch, sagte an diesem Kongress:
"«Dass die Unterdrückung der Sexualität tatsächlich zur Situation eines ‹lebenden Dampfkochtopfs ohne Ventil› führt, bestätigt sich leider in den erschreckenden Übergriffen von Priestern gegenüber Kindern.»

So betrachtet fällt Rauchfleisch in denselben Topf oder versteht genau so wenig von der Technik nicht nur des Dampfkochtopfes, sondern auch gewisser menschlicher Triebe. Leider hat sein Vernunftsdenken schon früher immer wieder versagt, wenn es ums Thema "Pädophilie" ging, weil er sich wahrscheinlich noch gar nie selbst überlegt hat, wie er sich als Psychotherapeut - oder ganz einfach als Mensch - fühlen und verhalten würde, hätte er sich selbst als "pädophil" erkennen müssen!
Auch er glaubt scheinbar daran, dass es sich nicht zolibatär leben lässt, ohne dass es gezwungenermassen zur Explosion kommen muss. Und wenn, dann müssen es natürlich immer Kinder sein, die zum Opfer dieser wandelnden Bomben werden!
Er ist einer der vielen Fachexperten, bei denen beim Thema "Pädophilie" alle "Sicherheitsventile" versagen. Ich wage den Verdacht zu äussern, dass Udo Rauchfleisch nicht einmal seine eigene Homosexualität so weit akzeptieren konnte, dass er diese wertungsfrei für sich und - offiziell als Fachmann - in der Gesellschaft vertreten kann. Denn noch immer müssen für ihn andere herhalten, um zu zeigen: Wir Homosexuellen sind ok, es sind die Pädophilen, die unserem Ruf schaden! Sie sind Schuld daran, dass wir Schwulen zu Unrecht mit diesen in denselben Topf der 'Kinderschänder' geworfen werden!"
Ein klares Beispiel, wo für ihn die "Inkomptenz der kirchlichen Beurteiung" liegt, zeigt er in in einem Protestschreiben, in dem er die Haltung der Kirche kritisiiert:
" weil hier die gleichgeschlechtliche Orientierung mit Pädosexualität gleichgesetzt wird (ich ziehe den Begriff der Pädosexualität dem der Pädophilie vor, weil er klarer die Grenzverletzung und den sexuellen Charakter des Übergriffs benennt als der der Pädo-'Philie')."
Was er în Klammern setzt, verrät zugleich seine generelle Einstellung zur Pädophilie. Die kommt für ihn generell einer "Grenzverletzung" gleich. Sonst müsste er richtigerweise festhalten:
" ich ziehe den Begriff der Pädosexualität dem der Pädophilie vor, weil klar unterschieden werden muss zwischen Pädo-Philie und Pädo-Sexualität. Denn nur wenn diese sexuell ausgelebt wird, kann es zu Grenzverletzungen kommen, muss aber nicht zwingend!"
Doch solche Einsichten habe ich bei Rauchfleisch leider vergebens gesucht. Leider hält sich auch die tonangebende Schwulenlobby an seine, die "Pädophilen" diskriminierende Haltung.
(Nochmals: beachten Sie die Klärung, die Rauchfleisch in Klammern gab. Sie ist, nach meiner Beobachtung seine klare Haltung den "Pädophilen" gegenüber, die besagt, dass jeder Pädophile, der sich nicht nach seinen Grundsätzen behandeln lässt als potentieller Täter gilt !)

Weiter heisst es im Bericht:
"Auch Christoph Schmitt, katholischer Theologe und Sprecher beim «Wort zum Sonntag» im Schweizer Fernsehen, hält es nach den publik gewordenen Missbrauchsfällen für «heikel» zu sagen, Sexualität solle nicht ausgelebt werden. «Wenn man einen Menschen zwingt, im Zölibat zu leben, öffnet das dem sexuellen Missbrauch Tür und Tor.» "

Auch Herr Schmitt macht es sich zu einfach. Erstens einmal ist ja zu bedenken, dass Priester und Ordensleute einmal als freie und urteilsfähige Menschen "aus freiem Willen" diese Verantwortung auf sich genommen haben. Also darf nicht von einem "Zwang" ausgegangen werden. Richtigerweise müsste er die Frage aufwerfen: "Wie freiwillig haben diese Menschen die Verpflichtung zum zölibatären Leben auf sich genommen? Was ist zu tun, wenn ihnen diese zu einem Zwang wird?"

Ich war nie ein Verfechter von konservativen Ansichten, die das Licht der aktuellen Welt nicht ertragen. Aber auch jetzt, wo ich die offzielle römisch-katholische Kirche nur noch als Aussenstehender betrachten kann, wehre ich mich dagegen, wenn man alle Schuld am Versagen von einzelnen Menschen generell der Unbeweglichkeit der Kirche zuschiebt. Hingegen sehe ich die Kirche in der Verantwortung dafür, dass sie ihrem Volk beliebig zusammengeschnetzelte "Eintopfgerichte" servieren lässt. Sie müsste sich um wirklich kompetente und unvoreingenommene Fachleute bemühen, aber auch die Betroffenen in den eigenen Reihen anhören, die in Probleme wegen ihren "sexuellen Trieben" kommen.
Noch immer besteht das grösste Tabuthema der Kirche darin, dass nach einem Weg gesucht wird wie man "das Gift der Pädophilie" wirksam bekämpfen kann.

Ich wage die Prognose:
Eher wird die Kirche untergehen, bevor es unter ihren Führungskräften keine "Pädophilen" mehr geben wird!

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