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1.Juli - kein Schock für Kinder?

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«Kinder empfinden sexuelle Übergriffe meist nicht als Schock»


sagt die Psychologin Susan Clancy in einem Interview in der vom 27.Juni 2010

Diese Feststellung brachte und bringt ihr viel Kritik ein:

"Auch Psychotherapeuten und Psychiater haben Sie seit Veröffentlichung Ihres Buches heftig angegriffen."

"Wer behauptet, dass ich sexuellen Missbrauch von Kindern verharmlose, hat mein Buch nicht gelesen. Es ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Aber das Thema ist hoch emotional besetzt, sodass jeder Versuch, an einer Lehrmeinung zu rütteln, wie ein Sakrileg wirkt. Ich könnte Bände mit hasserfüllten E-Mails füllen, aber zum Glück auch mit dankbaren Briefen von Opfern."

Das wirklich Spektakuläre Ihrer wissenschaftlichen Untersuchung erklärt sie so:

Das vorherrschende Verständnis in Fachkreisen ist geprägt von einer bestimmten Form des sexuellen Missbrauchs, den vor allem Psychologen und Psychiater zu sehen bekommen: Menschen, für die der Missbrauch mit Gewalt, körperlichen Schmerzen, Penetration, Drohungen und Schrecken einherging.
Aber diese Fälle repräsentieren nur fünf Prozent allen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Wollen wir dieses Übel bekämpfen, müssen wir verstehen, wie all die anderen zu Opfern werden.



"Auch Leser, die keinen persönlichen oder beruflichen Bezug zum sexuellen Kindesmissbrauch haben, werden darum 'The Trauma Myth' mit Gewinn lesen" meint ein Dr. Abigail Zuger in einem aufschlussreichen Kommentar bei "paedica nova" .
Er kommt zur Ansicht, dass die gewissenhafte, wissenschaftliche Arbeit von Susan Clancy Beachtung verdient:

"Dr. Clancys Modell bringt auch Licht in das leidige Thema verdrängter Erinnerungen. Wirkliche traumatische Erlebnisse werden in der Regel lebhaft erinnert. Doch wenn Momente sexuellen Missbrauchs lediglich eine von vielen Verstörungen sind, die die Kindheit kennzeichnen, können sie durchaus vergessen werden. 'Warum soll ein Kind sich daran erinnern, wenn sie im Moment des Geschehens selbst nicht sonderlich traumatisch waren?' Erst wenn sie neu aufarbeitet und wirklich verstanden werden, werden sie zum Brennpunkt."

"Auch ohne diese Konsequenzen ist die Moral von Dr. Clancys Geschichte klar: Wissenschaft sollte der Wahrheit dienen, nicht dem Wunschdenken. Wenn harte Daten einer liebgewordenen Theorie widersprechen, muss die Theorie weichen."

...wann wird man je verstehn...

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