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1.Januar - komme was...

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1. Januar 2010 -

... komme, was da kommen möge....


UMBERTO ECO:
„Die Unendlichkeit fassbar machen“ (Bild Spiegel)


Mir ist es (noch) nicht um die Erstellung von Listen - welcher Art auch immer - für das neue Jahrzehnt...


Ich kann mich also Umberto Eco erst bedingt anschliessen, wenn er sagt:


"Ich mag Listen genau aus dem Grund, wie andere Leute Fußball mögen oder die Pädophilie.
Menschen haben Vorlieben."

(,2.11.2009 )

Im Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt fällt mir zu obigem Zitat folgendes ein:

Über Listen habe ich mir noch nie Überlegungen gemacht wie sie Eco zur Sprache bringt.

Listen habe auch ich schon etliche erstellt, um Ordnung in eine Sache zu bringen, sie übersichtlich zu machen.

So gesehen, ist meine Homepage eine nie vollständige „Liste“ von Erklärungen, die aus Erfahrung oder aus erworbenem Wissen besteht.

Vom Fussball habe ich mich schon als Kind gedrückt, wo immer ich konnte und schaue höchstens mal im Fernsehen ein Entscheidungsspiel, weil mich das Phänomen der Begeisterungsfähigkeit der Massen und die Spannung, die solche auslöst, fasziniert und interessiert.

Ob ich zu jenen gehöre, deren Vorliebe "die Pädophilie" ist, müsste ich, auf eine entsprechende Frage Umberto Ecos, mit "ja, - aber..." antworten. Er spricht ja nicht davon, dass ihn „Pädophilie“ interessiert, sondern „Listen“ und antwortet auf die Frage vom

SPIEGEL: Sie sind berühmt dafür, Ihre Leidenschaften begründen zu können.

Eco: Aber nicht, indem ich von mir erzähle.

Eco sagt auch

„Die Liste vernichtet nicht Kultur, sie schafft Kultur"

„Die Liste zeichnet eine sehr fortschrittliche, kultivierte Gesellschaft aus, denn mit einer Liste kann man die essentiellen Definitionen in Zweifel ziehen.
Die essentielle Definition ist primitiv im Vergleich zur Liste.

Weiter aus dem Interview:

SPIEGEL: Sie meinen also, wir sollten uns davon verabschieden, Dinge zu definieren.
Wir sollten nur noch zählen und aufzählen, und das wäre dann der Fortschritt?

Eco: Es kann befreiend sein.

Da kann ich ihm beipflichten und darf Bezug nehmen auf die „Auflistungen“ in dieser Homepage, sofern er unter „essentieller Definition“ das versteht, was „lebensbestimmende Eigenschaften“ betrifft.
Das Arbeiten an meiner Homepage wirkt auf mich "befreiend" in dieser Welt, die "meiner Sache" so feindlich gesinnt ist, ohne wissen zu wollen, wie und was dieser Feind "essentiell" wirklich ist!

Die "
essentielle Definition" sagt eben noch nichts aus über die Beziehung einer Sache oder eines Lebewesens zur Umwelt, bzw. zu der bestehenden Kultur. Sie ist aber auch nicht in dem Sinn "primitiv", wie man z.B. in unserem Kulturverständnis "Pädophilie" definiert. "Primitiv" ist hier so verstanden, dass eine "essentielle Definition" Zusammenhänge nicht einschliesst. Kultur entsteht erst wenn Einzelnes zu einem Ganzen zusammengefügt wird, indem zum Verständnis und der Ermöglichung von Koexistenz „Listen“ gebildet werden! Das beginnt ja schon hier!:



DNAaus WIKIPEDIA


Sollte ich abstreiten, dass ich für das Thema "Pädophilie" im vergangenen Jahrzehnt eine "Vorliebe" hatte?

Mit den Folgen, die mir diese "Liebe" in den letzten zwei Jahren eingebracht hat, habe ich mich auch weiter herum zu schlagen.

Wahrhaft keine "Liebesangelegenheit"...!

Darin besteht eben das "aber", wenn ich Eco erklären müsste, weshalb für mich das Thema "Pädophilie" nicht einfach auf einer Liste meiner Vorlieben aufgeführt werden könnte. Gehörte zum Beispiel das Thema "Philatelie" zu meinen "Vorlieben", könnte ich eine Liste mit vielen Detail-Aufzählungen zu meiner Briefmarkensammlung erstellen und böte so vielleicht anderen Sammlern oder sonst am Thema Interessierten etwas Brauchbares.

So unbekümmert hätte Eco das Thema „Pädophilie“ ganz sicher nicht angesprochen, müsste er Rückwirkungen auf seine eigene Person befürchten. Ich habe mich ja schon bei seiner ersten so gewagten Aussage anlässlich seines Sternstunde-Gesprächs gewundert.
Sicher war ihm auch dort das Thema nur Beispiel, wie man „etwas abhandeln“ kann.

Als selbst Betroffener ist aber für mich das Thema "Pädophilie" mit der Erstellung einer "Liste" nicht einfach abgehandelt - im wahrsten Sinne des Wortes! Nur Nichtbetroffene können sich mit diesem Thema „befassen“, es "in die Hand nehmen“ und "behandeln"- hoffentlich nach bestem Wissen, wenn ihm Aussagekraft zukommen soll – um sich dann mit weiteren Listen von "Vorlieben" zu befassen! Handelt es sich aber um eine „Liste“ von "essentieller" Betroffenheit, müssen allfällige Folgen einer Auflistung vorsorglich in Betracht gezogen werden!

Tat ich das nicht, dass ich nun ein neues Jahrzehnt mit noch unabsehbaren Folgen beginnen muss, weil „man“ eine „Liste“ meiner Fehler erstellt, die man glaubt, aus meiner eigenen „Auflistung“ entnehmen zu können und „man“ sich berechtigt fühlte, mich vor der Öffentlichkeit damit so blosszustellen?

Umberto Eco wird im aktuellen Interview auf die heute so dominant gewordene Wissensvermittlung durch das Internet angesprochen. Er steht dieser sehr kritisch, jedoch nicht ablehnend gegenüber, weist aber darauf hin dass wahre Erkenntnisse nicht dadurch zustande kommen, dass Wissen einfach abgelesen werden kann. Es besteht die Gefahr, dass falsche Tatsachen unhinterfragt abgeschrieben und weiter vermittelt werden und so ein ganz falsches Bild der Wirklichkeit ergeben.

Eco fordert:

"Schulen müssen die hohe Kunst der Diskriminierung lehren“

und weiter:

“Bildung muss wieder so sein wie in den Werkstätten der Renaissance, in denen der Meister seinen Schülern vielleicht nicht unbedingt theoretisch erklären konnte, wodurch ein Gemälde gut wird, aber auf praktische Weise: Schau mal, so kann kein Finger aussehen, er muss so aussehen. Sieh mal an, diese Farbmischung ist gut. So muss es in der Schule mit dem Internet gehen."


So müsste es auch in unserer Gesellschaft zugehen, bevor einfach anhand einer „Liste“ (z.B. einer Wissensvermittlung durch das Internet) im realen Alltag „gehandelt“ wird. Dann gäbe es weniger Fehlhandlungen und weniger Fehlurteile in jeder Hinsicht!

Ganz dem von Eco aufgegriffenen Beispiel könnte ich meinen Destruktoren zurufen:

„Dieser „Finger“ ist ganz anders, Du hast nicht kapiert, was ich im Internet geschrieben habe!“


Oder klarer für alle, die immer noch zu mir so auf Distanz gehen, dass ich die Hand zur Versöhnung nicht hinstrecken kann:

Ich bin ganz anders, als wie man mich "essentiell definiert" (an den Pranger gestellt...!) hat!





( HINWEIS UND WIEDERHOLUNG IM KLARTEXT

für die „Schule“, (=Kirche), deren „Lehrer“ (= Bischof, katholische Administration, Gemeindepfarrer, schweigende Kirchgemeinde...) mich in die Schranken verwiesen haben:

Umberto Eco fordert:

"Schulen müssen die hohe Kunst der Diskriminierung lehren“

Damit meint er sicher nicht Diskriminierung, wie ich sie in meiner „Schule“ hören und fühlen musste und weiter damit leben muss..

Er meint, dass „Lehrer“ die „Schüler“ lehren sollten, bzw. sowohl obere wie auch untere Instanzen lernen müssen, was man unter „Diskriminierung wirklich versteht:

„trennen, absondern, unterscheiden“ (nach Wikipedia)

Was „die Kirche“ in der Bedeutung von „Diskriminierung“ in meinem „Fall“ sicher nicht berücksichtigt hat, ist die Eigenschaft der
„Unterscheidung“.

Sie hat mir nicht "die Hand gereicht", wollte nicht wissen, wie "ein Finger wirklich aussieht!"

Da bewegt sie sich nach wie vor mit der „grossen Masse“ und merkt nicht, dass in der Eigenschaft von „Diskriminierung“ viel mehr enthalten ist als die unchristliche und unbewiesene Entschuldigung, „eine differenzierte Betrachtung“ der „Pädophilie" sei „in der Öffentlichkeit kaum möglich“ und sie könne „von der Bevölkerung auch nicht erwartet werden“....

So dumm ist „die Bevölkerung“ auch wieder nicht. Ganz sicher sind es die nicht, die bis hierher mitgelesen haben!

All diesen dankt herzlich fürs Interesse und wünscht weiterhin alles Gute,

tinjo / Martin Joos



„Wir mögen Aufzählungen, weil wir dem Gedanken an den Tod entfliehen wollen“
aus


... aber das Leben geht weiter...

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