tinjo's HOMEPAGE


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


19.Dezember - 4.Advent - Bleibt nicht allein!

ZUM TAG > Das Wort zum Sonntag 2010

Bleibt nicht allein!

Das empfiehlt Emil Hobi, Pfarrer von Murg, für die bevorstehenden Weihnachtstage,
Man soll rechtzeitig für eine "nette Gesellschaft" sorgen,
damit Besinnlichkeit nicht in eine melancholische Stimmung kippt.

"Schnell gesagt", könnten ihm da sicher nicht wenige erwidern!

Was ist denn eigentlich eine "nette Gesellschaft"?

Auf den Herrn Pfarrer bezogen: Ist das für ihn die versammelte Kirchgemeinde während dem Gottesdienst? Oder sind es "nette" Menschen, die er in seine Wohnung einlädt?

Was heisst denn eigentlich "nett"?

Sucht man nach Synonymen, erhält man eine Unmenge von Eigenschaften, welche diesem Begriff zugezählt werden können.

Die vielleicht passendste Umschreibung ist "sympathisch".

So verstanden, möchte also Pfarrer Hobi allen wünschen, dass sie Weihnachten zusammen mit sympathischen Leuten verbringen können.

Ist das wirklich ein christlicher Ratschlag? Oder ist es nicht eher einer von diesen vielen salbungsvollen, bequemen Floskeln, bzw. Ausreden (im Sinne von; sich von Verpflichtungen oder unangenehmen Erinnerungen frei zu reden)? Als ob es für alle so einfach wäre, sich "nette Gesellschaft" zu verschaffen!

"Nett" oder "sympathisch" sein, bezeichnet etwas, das unabdingbar mit mir selbst verbunden ist. Es bezeichnet nichts anderes, als meine eigenen Gefühle etwas, oder jemand anderem gegenüber. Eine Auswahl also, die ich selber treffe.

Also wäre zu betrachten, wen oder was ich als sympathisch finde, was für Eigenschaften der Mensch oder die Sache dazu haben muss.

Ich will hier nicht theoretisieren, sondern in diesem Zusammenhang am naheliegenden Beispiel zeigen, wie bequem und selbstbezogen eine Empfehlung, "nette Leute" um sich zu scharen, sein kann. Besonders, wenn sie so leichthin von einem Seelsorger ausgesprochen werden...

Mir war der Emil Hobi, Pfarrer von Murg, einmal sehr sympathisch. Darunter verstehe ich persönlich noch mehr als einfach "nett". Zu jener Zeit empfand ich auch von ihm aus eine gute Ausstrahlung, sodass ich mich in seiner Gegenwart wohl fühlte, ja sogar Freude empfand, wenn ich ihm begegnete oder mit ihm zusammen sein konnte.

Das war einmal...

Heute bin ich froh, wenn ich ihm nicht mehr begegnen muss. Dies weniger, weil ich ihn gar nicht mehr als "nett" und schon gar nicht mehr als "sympathisch" empfinde, mehr deshalb, weil ich weiss, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben möchte und sicher froh ist, mir aus dem Wege gehen zu können.

So stellt sich die Frage aus einer anderen Perspektive, ob es christlich sei, besonders Weihnachten in "netter Gesellschaft" zu verbringen, Frühere Sympathie hat sich in Abwendung gewandelt. Waren es früher "nette Begegnungen" wenn wir uns trafen oder er die Messe hielt, sind wir wohl heute beide froh, wenn wir uns nicht begegnen müssen. Er müsste also sogar dankbar zur Entlastung seines Gewissens sein, dass ich mich von der Kirche abgewendet habe. Für ihn aber wäre es eher Zufall, würden wir uns auf der Strasse oder z.B. beim Einkauf im "Spar" begegnen!

Das führt nun zu weiteren Fragen: Pfarrer Hobi hat von mir nicht verlangt dass ich aus der katholischen Kirche austrete. Also könnte - müsste ich ihm sogar - weiter begegnen, wenn ich, wie früher, einigermassen regelmässig die Gottesdienste besuchte. Könnten wir uns in der Kirche (z.B. an Weihnachten!) ohne ungute Gefühle begegnen?

Pfarrer Hobi aber hat von mir verlangt, ein Amt inmitten einer Wahlperiode aufzugeben, das zu übernehmen, er einst mich sehr eindringlich gebeten hatte und zu dem ich von seiner Kirchgemeinde gewählt wurde. Sicher hat er das nicht leichtsinnig und auch nicht mit leichtem Herzen verlangt. Der Grund dazu war für ihn eine mehr als unangenehme Sache, vielleicht sogar mit ein wenig Ursache für die weissen Haare, welche ihm in den letzten Monaten gewachsen sind...

Wäre dieser Entscheid, dem ich mich aus anderen Gesichtspunkten fügte, die logische Konsequenz für Unredlichkeiten meinerseits gewesen, hätte dies nicht unbedingt zu dieser gegenseitigen Antipathie führen müssen. Wahrer Grund aber für meine Entfremdung von der Kirche ist die Verlogenheit, mit der man mich aus Amt und Kirche geekelt hat.

Pfarrer Hobi mag es ehrlich meinen, wenn er allen Christen "besinnliche Weihnachten" in "netter Gesellschaft" wünscht. In meinen Ohren tönt dies aber falsch und ziemlich höhnisch, wenn ich bedenke, mit welch unredlichen Argumenten er sich und seine Gemeinde gegen mich gestellt hat und mich damit aus dieser -für mich als zumindest "nett" empfundenen Gesellschaft ausgeschlossen hat. ..(Zun Glück denken und handeln nicht alle so und darf ich weiterhin mit gewissen Leuten in Murg "nette Gesellschaft" geniessen!)

Schade für ihn, den Pfarrer aus Leidenschaft! Vielleicht sollte er aber wieder einmal dies lesen, auch wenn ich meine Mühe habe, mich als Schaf bezeichnen zu lassen. Schon gar nicht als "verlorenes", weil ich mich von jenem überirdischen "Hirten" immer noch gut behütet vor komme und mich mindestens in Bezug auf die mir von Pfarrer Hobi und seinen Vorgesetzten erhobenen Vorwürfe, nicht zu scheuen hätte, ihm gegenüber zu treten...

Möge Pfarrer Hobis Gemeinde ihn nach seiner Rückkehr aus den "Bildungswochen" auch in problematischen Situationen anders erleben und auch für ihn gelten, wie es im Gleichnis heisst:

"Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.






Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü