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18.Juli - mehr Sicherheit durch Stasi-Methoden?

ZUM TAG > 2011 > Juli 2011

"Der Tatverdächtige, der sich in Haft befindet, ist geständig. Er bezeichnet sich als pädophil. Bei einer ersten Einvernahme sagte er gegenüber den Ermittlern: «Ich bin froh, dass es endlich bekannt geworden ist. Ich wusste immer, dass es etwas Schlimmes ist und es begleitete mich mein Leben lang.» Trotzdem verging er sich während 29 Jahren an seinen wehrlosen Opfern."
So stand es damals in



"Wer Behinderte betreut, soll künftig einen Strafregisterauszug vorweisen "

verkündet der heute.

Diesen Bericht möchte ich genauer unter die Lupe nehmen.

Er beginnt so:
“ In vier von fünf deutschen Heimen hat es in den letzten Jahren einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch gegeben. Zu diesem Schluss kommt eine letzte Woche veröffentlichte Studie des Deutschen Jugendinstituts. Dabei wurden alle Fälle gezählt, von denen die befragten Heimleiter erfuhren – auch diejenigen, die sich ausserhalb der Institution ereigneten, aber im Heim gemeldet wurden, und solche, die sich im Nachhinein als unbegründet herausstellten.“

  • Man merke sich: es wurden auch solche mitgezählt, „die sich im Nachhinein als unbegründet herausstellten.“


Weiter heisst es: „18 Prozent der befragten Heimleiter berichteten, mit einem Verdachtsfall von sexueller Gewalt durch einen Betreuer konfrontiert gewesen zu sein. Einige dieser Verdachtsfälle stellten sich als unbegründet heraus. Weitaus häufiger mussten die Institutsleiter jedoch nicht aufklärbare Fälle hinnehmen, da es bei den Vorwürfen um strafrechtlich schwer fassbare Ereignisse wie etwa Berührungen ging. Arbeits- und strafrechtliche Konsequenzen für die verdächtigen Personen gab es in einem Drittel der Fälle."

  • Man merke sich: „Einige dieser Verdachtsfälle stellten sich als unbegründet heraus.“

und „ Weitaus häufiger mussten die Institutsleiter jedoch nicht aufklärbare Fälle hinnehmen, da es bei den Vorwürfen um strafrechtlich schwer fassbare Ereignisse wie etwa Berührungen ging.“

und so geht es weiter: „Ivo Lötscher, Geschäftsführer von Insos, dem Schweizer Branchenverband von 750 Behindertenorganisationen, weiss um den Graubereich zwischen verbaler Anmache über das Begrapschen bis zur Vergewaltigung. Er ist wenig erstaunt über die Zahlen der deutschen Studie: «Sexuelle Übergriffe in Heimen sind nach wie vor ein Tabu. Sie passieren wohl viel öfter, als man wahrhaben will.»"

Lötscher soll also gesagt haben : Sexuelle Übergriffe in Heimen „passieren wohl viel öfter, als man wahrhaben will.“
Wie kann man nur zu diesem Schluss nach obenstehenden Angaben kommen?

Er meint weiter:
«Wir müssen mit Präventionsmassnahmen überall ansetzen», nämlich: «Bei den Heimbewohnern, bei den Tätern, Heimleitern, Mitarbeitern, Eltern.»

Präventionsmassnahmen bei vier der oben aufgeführten Gruppen wäre wohl:
- Aufklärung über das Verhalten von „Tätern“. Also wie man sich schützen kann vor ungewünschten Berührungen.
- Aber auch, wie man Nähe erleben darf ohne Angst und unangenehmen Gefühlen.


Aufklärung steht aber nicht im Vordergrund.
Am effektivsten eingreifen liesse sich bei der Anstellung neuer Mitarbeiter.“ Jeder Betreuer müsse bei seiner Bewerbung in Zukunft einen Strafregisterauszug vorlegen. Einholen von Referenzen soll zur Pflicht erklärt werden. Eine genüge nicht, mehrere Referenzen sollen es laut Lötscher sein und «Der Arbeitgeber wählt aus, bei wem er Referenzen einholen will – nicht der Bewerber.»

„Das Vorlegen des Strafregisterauszugs und das Einholen von Referenzen sind nur zwei von zehn Punkten im Präventionspaket, das die Arbeitsgruppe um Lötscher erarbeitet hat“ :

  • jährlich ein obligatorischer Weiterbildungskurs zum Thema «Nähe und Distanz»
  • ein klares Bekenntnis zur Nulltoleranz.
  • zur Pflicht erklärt wird für jedes Heim das Einrichten einer internen Meldestelle.
  • Neue Mitarbeiter sollen bei ihrer Anstellung mit Unterschrift dazu verpflichtet werden, Verdachtsfälle von sexueller Gewalt zu melden.


Kein Thema mehr sei für die Taskforce hingegen ein Fragenkatalog als Anhang zu den Arbeitszeugnissen. Es wäre eine Liste von Fragen gewesen, die Arbeitgeber mit Ja oder Nein hätten beantworten müssen. Beispiel: «Kam es aufgrund sexueller Übergriffe einmal zu internen Verwarnungen?». Eine schwarze Liste, werde derzeit «nicht prioritär» behandelt.

«Es muss unter allen Umständen vermieden werden, dass jemand auf der Liste landet, obwohl nur ein Verdacht besteht.» meint Lötscher, denn: „ Stelle sich dieser als unbegründet heraus, sei der Betroffene für immer gebrandmarkt.“

Eine vernünftige Einsicht, aber:

  • weshalb sollten alle jedes Jahr einen obligatorischen Weiterbildungskurs zum Thema «Nähe und Distanz» besuchen? Genügt einer nicht? Wären darauf nicht periodische, von Mediatoren geleitete Aussprachen der Mitarbeitenden vernünftiger, als lehramtliche Ermahnungen und Schwarzmalerei?
  • was bedeutet konkret „ein klares Bekenntnis zur Nulltoleranz“? Wo gibt es solche? Man überlege sich, was solche für Konsequenzen hat!


Einrichten einer internen Meldestelle in jedem Heim ist wohl noch das kleinste Problem. doch

  • widerspricht die Forderung, dass neue Mitarbeiter sich bei ihrer Anstellung mit Unterschrift dazu verpflichtet sollten Verdachtsfälle von sexueller Gewalt zu melden“, nicht dem, was wir alle schon im Kindergarten gelernt haben: Man soll andere nicht 'verrätschen'!?


Solche Forderungen – und dann noch mit Unterschrift !... Erinnert das nicht an Eigenschaften von Stasi-Beamten der Staaten, in denen niemand gerne freiwillig lebt?..

Lötscher sei sich jedoch bewusst, dass es noch mehr Massnahmen brauche, damit bei einer Neuanstellung potenzielle Täter nicht durch die Maschen gehen. Denn:

«Ein Grossteil der sexuellen Grenzverletzungen hat keine strafrechtlichen Folgen. Dementsprechend fehlen diese Taten im Strafregister.» Hat er wohl die Fälle gemeint, welche sich, wie weiter oben vermerkt, als unbegründet herausstellten?
„Zusammen mit Datenschützern müsse man herausfinden, wie Arbeitgeber über solche Formen von Missbräuchen informiert werden könnten, ohne die Persönlichkeitsrechte des Bewerbers zu verletzen.“ Taskforce wolle sich aber erst einmal auf das 10-Punkte-Programm konzentrieren.

„ Es soll voraussichtlich im Herbst in Kraft treten und für sämtliche Schweizer Heimverbände verbindlich sein. Die Behindertenorganisationen selbst werden sich laut Lötscher ebenfalls zum Papier bekennen müssen.“

Ich bekenne offen: Solche Massnahmen machen mir Angst!

Gerne würde ich mich persönlich noch intensiver öffentlich engagieren gegen solche Diktate. Nicht, weil ich gegen "Opferschutz" wäre oder es sogar " potentiellen Tätern", leichter machen möchte. Doch

  • wo führt das hin, wenn niemand mehr vor vermutetem "Missbrauch" sicher ist und es sogar zur Pflicht wird, seine Mitarbeiter/innen zu überwachen und Vermutungen bei Meldestellen auszuplappern, ohne sich zuerst bei den Betreffenden Klarheit zu verschaffen?


Man mag denken von mir was man will, aber ich sehe schwarz, wenn man "den Anfängen nicht wehrt". (In Wirklichkeit sind wir schon sehr weit drin...!) Allerdings bin ich wohl der Falsche, würde ich mich mit solchen Ansichten noch mehr exponiern. Man brächte mich schnell zu Fall:
„Ausgerechnet der...!“,
... über welchen beim Googeln seines Namens (Martin Joos !) immer noch an erster Stelle durch die überflüssigste Zeitung der Schweiz eine nachweisliche Lüge verbreitet werden darf! Solches ist nicht verboten in der Schweiz. (Vielleicht unternimmt ja einmal jemand etwas gegen dieses Blatt, aber wer will sich schon anlegen mit skrupel- und herzlosen Medienbossen und enden wie Journalisten in England ...!)

Wie steht es aber bei Ihnen?

  • Macht Ihnen eine solche Entwickung nicht Angst, bei welcher mit Denunziation, Anprangerung und leichtfertigem Umgang mit Wahrheit mehr Sicherheit entstehen soll?


Wen wundert's denn noch, wenn Sozialarbeit bald nur noch die Tätigkeit von wie Roboter funktionierenden Menschen sein wird?






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