tinjo's HOMEPAGE


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


18.Februar - Im Zweifel für den Angeklagten?

ZUM TAG > 2009 > Februar 2009

Donnerstag, 18. Februar 2009

Im Zweifel für den Angeklagten?



So funktioniert unsere Justiz und so werden unsere Medien durch die SDA informiert:

171 hochgefährliche Straftäter und ein Flüchtiger

Ich kenne nur einen von diesen „ hochgefährlichen Straftäter" und würde mit dem Verlust meiner eigenen Freiheit dafür bürgen, dass von diesem Menschen für niemanden eine Gefahr ausgeht.
Auf diesen Verwahrten wurde von verschiedensten Seiten schon aufmerksam gemacht. Meistens negativ. Kaum jemand interessiert sich wirklich für diesen Menschen, ausser einer kleinen Gruppe, die diesen „Fall“ durch zum Teil persönliche Beziehungen anders beurteilt als die aussenstehenden Personen, die über ein Menschenschicksal zu richten haben.
Dieser Verwahrte, den ich regelmässig besuche und inzwischen sehr gut kenne, soll „hochgefährlich“ sein?
In der Regel, dürfte man annehmen, dass Menschen nicht ohne Grund verwahrt werden. Doch auch die Justiz ist nicht fehlerfrei. Schliesslich entscheiden auch dort „nur“ Menschen. Keine Regel also, ohne Ausnahmen! Der Verwahrte, den ich meine, ist eine solche!
Es gibt noch andere, deren Verwahrung zu denken gibt. Hier z.B. http://www.itp-arcados.net/justiz/pk.htm ist mehr über einen solchen zu erfahren.

Es ist wieder einmal die SDA, die einer an sich rein statistischen Meldung eine tendenziöse Zusatzinformation beifügt, die als solche nicht überprüft und auch nicht im Einzelnen belegt werden kann. Diese Dramatisierung ist ganz einfach unverantwortlich und unseriös.

Zufälligerweise steht heute eine andere Meldung in derselben Zeitung, die mir sehr zu denken gibt:
Psychoanalytiker Emilio Modena droht Verurteilung

Da wird ein Psychoanalytiker beschuldigt, dass er einer Sportschützin wieder zu den Waffen verhalf, die ihr von der Polizei weggenommen wurden, nachdem sie mit diesen ihren damaligen Freund bedroht hatte. Die Frau wurde rückfällig und schoss knapp vier Monate später mit einer dieser Waffen auf einen anderen Ex-Freund und verletzte ihn schwer.
„Obwohl sowohl das Bezirks- wie das Obergericht zum Schluss kamen, Emilio Modena habe bei der Begutachtung der Frau die gebotene Sorgfalt gleich mehrfach verletzt, sprachen sie den Arzt frei. Grund: Ein sorgfaltswidriges Verhalten allein reicht für eine Verurteilung nicht aus.“
Das Bundesgericht entschied, dass dem Psychoanalytiker als Nichtpsychiater die Ausbildung und Erfahrung gefehlt hätte, um die von der Frau ausgehende Eigen- oder Fremdgefährdung fachgerecht beurteilen zu können.
Es sei aber alles andere als sicher, ob der Psychoanalytiker nach Aufhebung des Freispruchs nun wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung verurteilt wird.
„ Die
zentralen Fragen lauten: Ging zum Zeitpunkt der Begutachtung von der Frau eine erkennbare Gefahr aus? Und hätte eine sorgfältig arbeitende und fachlich versierte Person diese Gefahr erkannt? Sollte sich heute nicht mehr klären lassen, wie ein Fachmann damals, im November 2003, entschieden hätte, muss der Psychoanalytiker nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen werden. Urteil 6B_549/2008 „

Dieser Grundsatz gilt bei einem Verwahrten nicht! Warum nicht?
Weil er gar keine Chance hat zu beweisen, dass von ihm keine erkennbare Gefahr (mehr) ausgeht...

Für mich wäre die
zentrale Frage - wenn ich diesen Fall mit demjenigen vergleiche, den ich oben erwähne und mir vorstelle wer "hochgefährlich" ist :

Warum wird diese Frau nicht verwahrt?

Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü