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16.Januar - Katharina Rutschky gestorben

ZUM TAG > 2010 > Januar 2010


KATHARINA RUTSCHKY gestorben



Katharina Rutschky starb im ALlter von 68 Jahren.
(Bild: Petra Welzel)



"Erst die individualisierte Gesellschaft erlaubt es jedem, eine Geschichte zu haben, die jeder versteht, weil es seine eigene ist. " Katharina Rutschky



Sie kämpfte gegen den Missbrauch des sexuellen Missbrauchs

Diese Frau war mir schon von Ihrem Äusseren her sehr symphatisch. Schon bevor ich etwas von ihr gelesen hatte – und erst recht nachher!

Leider konnte ich sie nie persönlich kennen lernen. Ihre Bücher aber habe ich gelesen. Was man aus diesen lernen kann, dazu lasse ich besser andere zu Worte kommen, die sich intensiver mit ihr und ihren Ansichten befasst haben.

Es ist traurig, dass es sie nicht mehr gibt. Ihre Werke aber sind noch heute grösstenteils so aktuell wie in den Tagen, als sie geschrieben wurden. Das ist in mancherlei Hinsicht ziemlich bedenklich...

Aus Nachrufen:.

  • Das wichtigste Medium ihres intellektuellen Ausdrucks war der Streit.
  • Ungenauigkeiten duldete sie nicht
  • Sie war ein bewundernswert freier Geist und verstand es, das Leben, wie es war, auch zu genießen.
  • Sie war uns ein Vorbild, sie wird es bleiben.
  • "Feminismus und Spießigkeit", das gehörte für die Gegnerin jeglichen Fundamentalismus bald zusammen.
  • Sie war eine schöne, kluge, witzige, erfolgreiche und in jedem Sinne unabhängige Frau. Und je älter sie wurde, obwohl sie eigentlich überhaupt nicht zu altern schien, desto vornehmer und weiblicher wurde sie
  • Sie war keine verstiegene Theoretikerin, sondern eine genaue Beobachterin der Realität - mit dem freudianischen Spaß am Peinlichen. Als Psychologin wusste sie, Genauigkeit schlägt Peinlichkeit.
  • Sie war spitzzüngig, spöttisch, bissig, herausfordernd und wunderbar im Tadeln, aber sie war nie schonungslos.
  • Sie sah grandios aus. Wahnsinnig akkurat rotlackierte Fingernägel, ihre graue Kurzhaarfrisur delikat anzusehen, ihr Aussehen überhaupt eine Dame, die, wenn ich recht erinnere, über all die Jahre, die ich sie schon kannte, immer weiblicher zu werden begann.
  • Sie wurde laut, sie wurde eisern und eisig zugleich.
  • Rutschky ließ sich nicht für dumm verkaufen.
  • Es fällt schwer, diese Zeilen im Imperfekt zu schreiben. Viel schöner wäre, würde man sie für ihre wahnsinnig gute Kochkunst weiter loben, für ihre bezaubernde Gabe der Gastgeberin, für ihre absolute Nichtspießigkeit, ihr Herz und ihre Großzügigkeit, könnte man ihr Lachen einmal noch hören und ihren Spott.
  • Diese Frau ist gefährlich, hatte es geheißen, damals, Anfang und Mitte der neunziger Jahre.
  • Rutschky war viel kleiner, als ich sie mir vorgestellt hatte, wirkte zerbrechlich und war gleichzeitig völlig präsent, zudem auf eine Weise mondän und damenhaft, die mich an Gemälde der Neuen Sachlichkeit erinnerte.
  • Auch wenn das etwas altmodisch klingen mag: An ihr fiel vor allem auf, dass sie stets frohen Sinnes war. Katharina Rutschky war eine Linke, doch ihr fehlte ganz und gar jene Griesgrämigkeit, die viele Linke in Deutschland mit sich herumtragen.
  • Bekannt wurde sie - um einem ausgeleierten Wort einmal Sinn zu geben - als streitbare Publizistin. Sie ging dem Konflikt nicht aus dem Wege, es sorgte sie nicht, wenn sie der großen Karawane fern blieb.
  • Sie war eine umfassend gebildete und belesene Privatgelehrte, die sich für ihre Texte noch Zeit nahm.
  • Sie kultivierte ihre Vorliebe für Hunde, die sie stets begleiteten, das Buch "Hundeleben" widmete sie dieser Passion.
  • Sie konnte sich wunderbar ereifern, wenn es um etwas ging, das ihr wichtig war – und das war nicht gerade wenig. Aber sie beherrschte auch die Kunst, einfach mal halblang zu machen.
  • Polemische Relativierungen waren ihre große Stärke.
  • Sie warnte vor einer „Diktatur der Experten“, deren „anhaltende Pathologisierung von Kindern, Eltern und Familien“ in keiner Weise der Realität entsprechen, sondern lediglich „den Bedürfnissen jener neuen Heerscharen von Psychologen, Sozial- und Diplompädagogen, die ihr Wissen verwerten müssen.“
  • Wir müssen uns Katharina Rutschky als furchtlosen Menschen vorstellen. Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass sie sich immer wieder in die Höhle des Löwen begab?
  • Sie war eine Intellektuelle, wie sie im Buche steht: streitbar, heiter, polemisch, selbstkritisch, schlagfertig, witzig und überdies eine schöne Frau, die es verstand, elegant und gelassen zu altern.


"Kinder sind ein guter Hundeersatz" -
Katharina Rutschky. Foto: ap

Nachrufe

Die Aufklärerin
Von Harry Nutt
( http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2208844_Nachruf-Katharina-Rutschky-Die-Aufklaererin.html )

Und kochen konnte sie auch noch
Zum Tod der Publizistin Katharina Rutschky
Harald Jähner, Sabine Vogel
( http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0115/feuilleton/0008/index.html )

Nachruf Katharina Rutschky
Ironisch, intellektuell und lebensfroh
( http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/die-urbane-intellektuelle/ )

Ein Nachruf auf Katharina Rutschky
( http://ingoway.wordpress.com/2010/01/16/ein-nachruf-auf-katharina-rutschky/ )

Trauer
Berliner Publizistin Katharina Rutschky gestorben
Von Thomas Schmid 16. Januar 2010, 06:42 Uhr
( http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1344527/Berliner-Publizistin-Katharina )

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