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Rappaz (einmal mehr) im Hungerstreik: Politische Aktion oder Erpressung des Rechtsstaates?
Hanfbauer aus Leidenschaft,
«Der Sterbewunsch ist nicht eindeutig»
Angesichts der aktuellen Situation und der "Berühmtheit" dieses streitsamen Schweizer Mitbürgers können seine Protesthandlungen und seine sture Haltung - nicht erst in dieser "finalen Aktion" - nicht nur als Widerstand gegen Recht und Richtspruch betrachtet werden. Es sind politische Aktionen.
Res Strehle kann ich in seinem Kommentar nur beipflichten, wenn er in dieser "Sache", bei der immerhin ein Menschenleben auf dem Spiel steht, noch andere Möglichkeiten sieht als "todsichere" Sturheit im Vollzug der Strafe.*
Sehr inkonsequent finde ich aber Thomas Hasler in seiner "Analyse" im Tages-Amzeiger von heute, wo er plädiert, der "Staat soll hart bleiben" und damit ziemlich direkt Res Strehles Ansichten widerspricht. Er begründet seine Forderung:
"Der Hungerstreik soll bleiben, was er seiner Geschichte nach immer war:
ein politisches und kein juristisches Kampfmittel"
Das mag wohl stimmen, aber:
Haslers Begründung, es könnte sonst jeder Häftling zugunsten von mehr persönlichem Komfort solchen mit einem Hungerstreik erzwingen, ist doch ziemlich simpel...
Ich plädiere mit Res Strehle:
"Kein juristischer Grundsatz soll über dem Schutz eines Menschenlebens stehen."
* Weniger gut finde ich, dass der zum Vergleich herangezogene Haftgrund eines Polanskis herhalten muss. Wenn er meint:i " im moralischen Kern ist das Delikt des polnisch-amerikanischen Regisseurs um einiges gravierender als der Hanfanbau, selbst mit hohem THC-Wirkstof" - lässt er dabei ausser Acht, dass in seinem Fall diverse ethische Grundsätze ignoriert werden. Zum Beispiel, dass sein ehemaliges "Opfer" schon lange die Freilassung Polanskis fordert...)
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